Unsere Gemeinde 2016 in der hiesigen Presse:

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 Das Jahr 2017

       (Ab 1.Januar 2008 gemeinsames Zeitungsportal von Westfälischer Rundschau  und Westfalenpost)

Prinzenpaar besteigt Narrenthron I  Gutes tun für Boliviens Kinder I 
Turbulente Reise in einemm närrischen Flugzeug  I Die katholische Kirche ist ein Globalplayer
Schwelmer Jecken stürmen Machtzentrale  I  Zu Gast in St. Marien Schwelm  I  Fastenpredigt ganz im Zeichen der (Un-) Barmherigkeit

Projektchor: Von der Dusche auf die Bühne  I  Sprachpaten  bitten Asylbewerber zu Tisch  I  
Einer der die Menschen mag
Flüchtlinge bei der kfd angekommen  I  aus für Haus der Familie  I  
Tapetenwechsel im Seniorenstift
Marienspatzen gewinnen bei "Nacht der Chöre"  Seniorenstift St. Marien verwandelt sich in ein Wunderland
In Schwelm zum Pastoralreferenten gereift  I Biergarten-Tradition am Pfarrhaus  I  Katholische Kirche legt Zahlen offen
Es kamen Flüchtlinge und es waren Menschen    Eine kurze Auszeit vom Alltag  I  Propst ruft nach Terrorakt zum Zusammenhalt auf  I 
Ulrich Isfort spielt
1000 Euro aus Schwelm helfen in Ruanda  I  Hilfe auf dem ersten Lebensweg  I  Instrumente verschmelzen im Kirchenschiff
 
Treue Mitglieder in Ruhestand verabschiedet  Erntedankfest mit den Kita-Kindern St. Marien  I  Adventival geht in die siebte Runde  I 
Sternsingeraktion in Schwelm  I 
Kostümprobe der Sternsinger St. Marien
Musikalisch klangvoller Auftakt zur Adventszeit   I erst die Theologie, dann die Strukturen  I
Heute ist der letzte Tag für das Haus der Familie in Schwelm

Schließung

Heute ist der letzte Tag für das Haus der Familie in Schwelm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Feierabend nach fast 50 Jahren: Heute finden die letzten Kurse der Katholischen Erwachsenenbildung im Haus der Familie an der Haynauer Straße statt. Die Angebote werden dezentral fortgeführt, in das kirchliche Gebäude wird eine berufsbildende Firma einziehen.

Schwelm.   Aus Sparzwängen verabschiedet sich die katholische Erwachsenenbildung nun aus dem Haus der Familie, wo sie fast 50 Jahre war.

Die Räume versprühen den Charme der 60er Jahre, als das Haus im Zuge des Kirchenneubaus St. Marien geplant und gebaut wurde. Seit dem ersten Tag war hier die Erwachsenenbildung des katholischen Kreisdekanats Hattingen-Schwelm untergebracht – erst unter dem Namen „Mütterschule“ seit Jahrzehnten als „Haus der Familie“. Wenn die Kursteilnehmer heute die Tür hinter sich ins Schloss ziehen, ist das Licht für die Erwachsenenbildung im Schatten der St.-Marien-Kirche endgültig gelöscht.

Die Katholische Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen gGmbH (KEFB) hatte dies bereits Anfang Juni bekannt gegeben. Seinerzeit teilte Geschäftsführer Norbert Hendriks auf Nachfrage unserer Redaktion schriftlich mit: „Diese Entscheidung ist dem Träger der Katholischen Familienbildungsstätte sehr schwer gefallen. Ursache ist der anstehende und dringend notwendige Sparauftrag, den alle Pfarreien, Einrichtungen und Arbeitsstellen im Bistum Essen erfüllen müssen, um eine verlässliche Zukunftsaufstellung zu gewährleisten“.

Miete ist bis zum Herbst gesichert

Nun wird dieser Schritt endgültig vollzogen. Das heißt allerdings nicht, dass die katholische Kirche keine Erwachsenenbildung mehr anbieten wird. Propst Norbert Dudek: „Diese wird nun dezentral stattfinden.“ Was das exakt heißt, erläutert KEFB-Mitarbeiterin Petra Heinzelmann, die für Schwelm zuständig ist: „Wir werden nun Kurse im ehemaligen Kulturamt, Südstraße 2a in Schwelm, anbieten sowie im Wichernhaus in Ennepetal.“ Das Bedauern sei groß, viele Kursleiter hätten sich bereits selbstständig gemacht und würden auf eigene Rechnung ihre Kurse fortsetzen. Dennoch sei man bestrebt, das bisherige Angebot so gut wie möglich aufrecht zu erhalten und bestenfalls noch weitere Räume zu finden.

Eine Nachnutzung für das Gebäude ist noch nicht zu einhundert Prozent geregelt. Ein Verkauf scheint ausgeschlossen. „Das Haus der Familie ist mit Gemeindezentrum und Kirche verbunden“, sagt der Propst. Auf jeder Etage existieren beispielsweise Durchgänge; die Versorgung und die Heizungsanlage sind für den Gesamtkomplex zentralisiert.

Die KEFB muss laut Vertrag noch bis in den Herbst kommenden Jahres Miete überweisen, so dass nun Zeit ist, einen neuen Mieter zu testen. Zunächst nur ins Erdgeschoss wird die deutschlandweit agierende Firma Gaetan einziehen. Sie bietet Berufsein- und -umsteigern Kurse sowie Fortbildungen an. „Die Gespräche liefen bislang sehr gut. Wir werden sehen, ob die Firma Gaetan und wir als Kirche gut zusammenpassen, aber Stand jetzt bin ich zuversichtlich“, sagt Norbert Dudek. So hegt er eine zarte Hoffnung, dass Gaetan möglicherweise in mittelfristiger Zukunft auch weitere Räume in der Haynauer Straße 5 anmietet.

Viele weitere Räume stehen leer

Davon gibt es noch einige: Diverse Büros, Besprechungsräume, einen Werkraum, ein Gymnastikraum, in dem die Sprossenwand noch steht und: eine komplett eingerichtete Küche. „Die AOK hat hier pro Halbjahr etwa zehn bis zwölf Kochkurse abgehalten“, sagt der Propst. Diese seien sehr beliebt gewesen und daher sei es im Interesse der Krankenkasse – aber auch der Kirche – die Küche zu erhalten. „Vielleicht gibt es ja Einzelpersonen oder Vereine in Schwelm, die diese Küche mieten und auch selbst nutzen wollen“, sagt Dudek und hofft, dass in diesem Zuge auch die AOK-Kurse erhalten bleiben. Ansonsten müsse die Küche im Frühjahr abgebaut und entsorgt werden.

Generell laufe der Veränderungsprozess in der Propsteigemeinde auf allen Ebenen sehr engagiert. Aus finanziellem Druck wird alles auf den Prüfstand gestellt. „Wir sind bislang auf einem guten Weg“, resümiert der Propst.

 

Erst die Theologie, dann die Strukturen
Von Heike Büchsenschütz
Schwelm, 29.11.2016

Vielen Besuchern der Sitzung des Katholikenrates und der Kreiskonferenz in Schwelm war der Gastredner Andre Müller (48) aus seiner Kaplanzeit in St. Marien noch sehr gut bekannt. Er hatte damals u.a. die Rückfüh­rung von der Gemeinde HeiligGeist zu St. Marien begleitet.

In der Zwischenzeit hat er ein weite­res Studium der Christlichen Sozialethik und Caritaswissenschaften in Münster absolviert und ist 2009 zum Propst der Großpfarrei St Lamberti in Gladbeck ernannt wor­den.

In dieser Funktion konnte er bereits Erfahrungen in dem Pfarrei- Entwicklungsprozess gewinnen. In diesem Prozess wird in den Pfarrei­en des Bistums Essen die Frage: Wie wollen wir Kirche in 2030 sein?“ unter Berücksichtigung von ver­schiedenen Aspekten bearbeitet. Propst Andreas Müller berichtete

„Berücksichtigen Sie die innovativen Ideen der 15- bis 20-Jährigen, für die wird schließlich die Kirche gestaltet.“

Andre Müller, Propst St. Lamberti war sichtlich stolz, dass in der Großpfar­rei St. Lamberti das Votum einstim­mig erfolgte. Sie befinden sich zurzeit in der Umsetzungsphase, wäh­rend die Propstei St. Marien Schwelm - Gevelsberg - Ennepetal sich gerade erst auf dem Weg macht. Aus diesem Grund hatte der Kreis­dechant Prälat Heinz Ditmar Janousek ebenfalls die Interessierten aus den Koordinierungsausschüssen und Arbeitsgruppen des Pfarrei- Entwicklungsprozesses im Kreisde­kanat Hattingen Schwelm eingela­den. Viele waren seiner Einladung gefolgt und waren von den offenen Worten Müllers berührt.

Müller stellte gleich zu Anfang klar, dass hier „keiner spricht, der es besser weiß“ und aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedin­gungen auch nicht sagt „so müsst ihr es machen“.

Nein, er wolle die Zu­hörer „kitzeln und provozieren.“ Dies ist, wenn man in die nachdenk­lichen Gesichter der Anwesenden sah und den langen Diskussionen noch nach dem Ende der Sitzung folgen durfte, Müller bestens gelun­gen.

Bei seinen Impulsen stützte er sich auf einen Artikel des Professors für Pastoraltheologie und Psycho­logie Rainer Bücher, in dem dieser Stellung zur Diskussion nimmt, wie es mit der katholischen Kirche wei­tergehen könne.

Müller stellte fest, dass, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, man nicht dafür sorgen müsse, wieder Boden unter den Füßen zu bekommen, sondern vielmehr Schwimmen zu lernen. Er setzte sich mit den jährlichen Kirchenaus­tritten realistisch auseinander und gab schmunzelnd zu bedenken „Priester sind im Ranking momen­tan ganz unten - das ist sehr beruhi­gend, denn viel mehr falsch machen können wir nicht.“

Er forderte zum Andersdenken auf: „Wollen wir in Steine investie­ren oder in Menschen?“ Er forderte auf: „Gehen Sie weg von traditionel­len Gemeindebildern - kleben Sie nicht am Kirchturm. Erst kommt die Theologie und dann die Struktu­ren, sonst wird es schräg.“ Wenn das Evangelium freigegeben ist, dann­ sei auch ein Kirchenchor eine Ge­meinde.

Selbstverständlich würden auf dem Weg in die Zukunft auch per­sönliche Befindlichkeiten berührt und die Umsetzung sei sehr schmerzhaft, wenn Sehnsüchte ver­letzt werden. Ein Raunen ging durchs Publikum, als Müller rück­blickend offen zugab, dass die Phase der Umsetzung im Vergleich der vorherigen (vom Pastoralen Kon­zept bis zum Votum) die schwierigs­te sei.

Er gab den Anwesenden den Tipp mit auf den Weg: „Berücksichtigen Sie die innovativen Ideen der 15- bis 20-Jährigen, für die wird schließlich die Kirche gestaltet und verlieren sie die heutigen Senioren nicht aus dem Auge.“

In Gladbeck wurde zum Beispiel ein Senioren-Beirat mit Veto-Recht gegründet. Gemeinderäte hingegen sähe man als ein „Auslaufmodell“. Wichtiger wäre ein „Pastorales Par­lament“, das mit dem Kirchen Vor­stand auf Augenhöhe tagt, denn eine Prämisse sei.

Des weiteren forderte er auf „Kommen Sie aus dem Zählmodus heraus - es ist nicht die Anzahl wichtig, sondern die Qualität.“ Er betonte, wie wichtig die Konsequenz im Handeln auf dem Weg in die Zukunft wäre und dass es sich hierbei um einen kontinuierlichen Prozess handele.

 

Musikalisch klangvoller Auftakt zur Adventszeit
29.11.2016  
 

Stimmen die Konzertbesucher in der Marienkirche passend auf die Adventszeite ein: Kolpingchor und BlechbläserFoto: Bernd Richter
Schwelm. Der Kolpingchor und das Bläserensemble „Blechwerk Unterbarmen“ stimmten die Besucher in der Marienkirche auf die Adventszeit ein.

Der Kolpingchor von 1874 Schwelm unter Ludger Janning und das Bläserensemble „Blechwerk Unterbarmen“ unter Leitung von Thorsten Schäfer musizierten am Sonntagnachmittag im Rahmen eines Adventskonzertes in der halbvollen Schwelmer Marienkirche.
Zu Beginn zwei Grußworte

Der Präses des Kolpingchores, Msgr. Heinz Ditmar Janousek, und der Vorsitzende des Kolpingchores von 1874, Norbert Polder, begrüßten die Zuhörer zunächst herzlich in der Marienkirche. Der ca. 30-köpfige Männerchor begann das Konzert mit einem ruhigen Vokalblock mit stimmungsvollen Stücken, die die Zuhörer in die Adventsthematik eintauchen ließen. Im Laufe des Abends sang der Chor noch weitere moderne Stücke in einem weiteren Chorteil. Ludger Janning leitete dabei seinen Chor immer geschickt vom Klavier aus.

Das Bläserensemble Blechwerk überzeugte mit alter und neuer Musik u.a. von Bach, Mendelsohn-Bartholdy, Bruckner. Aber auch jazzige Anklänge sollten in diesem adventlichen Konzert nicht fehlen. Die Bläser intonierten meist sicher und verfügten über eine beachtliche Dynamik vom leisen Pianissimo bis zum strahlenden Forte. Thorsten Schäffer dirigierte sein Unterbarmer Ensemble mit gutem Gespür für Klang und präzisem Dirigat.
Zum Schluss sangen alle gemeinsam

Ludger Janning spielte zudem zwei Orgelstücke auf der großen Seifert-Orgel der Propsteikirche: den berühmten Schübler-Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach und später dann die Transkription einer Kirchensonate für Orchester aus der Salzburger Zeit von Wolfgang Amadeus Mozart. Bei beiden stilistisch einwandfrei vorgetragenen Stücken wählte der Kirchenmusiker aus Gevelsberg gelungene Registerkombinationen aus. Als Höhepunkt musizierten der Kolpingchor und Blechwerk gemeinsam im Doppelchor. Besonders hervorzuheben sei hier die Klangballance beider Ensembles im „Hosianna, gelobet sei, der da kommt“, wobei der Kolpingchor hier gegen Ende noch beachtliche dynamische Reserven zeigte. Auch das „Tollite Hostias“ des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns war klanglich gut aufeinander abgestimmt.

Zum Schluss sangen Männerchor, Bläser, Orgel und Konzertbesucher begeistert das berühmte Adventlied „Tochter Zion, freue dich“ aus dem Oratorium „Joshua“ von Georg Friedrich Händel. Die Zuhörer dankten mit kräftigem Applaus für die abwechslungsreichen, kurzweiligen anderthalb Stunden adventlicher Musik. Schade, dass parallel in der evangelischen Christuskirche ebenfalls ein Konzert stattfand. Gerne hätte man beide Konzerte besucht.

Ulrich Isfort

 

Kostümprobe der Sternsinger St. Marien:

Schwelm 27.11.2016

 

Kostümprobe der Sternsinger St. Marien;
Ernst wird es allerdings erst im neuen Jahr. Am Wochenende 6./7./8. Januar 2017 geht
es in die Geschäfte und in die Familien, um Geld für notleidende Kinder zu sammeln.

Foto:Bernd Richter

„Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit“ ist das Motto der Aktion Dreikönigsingen 2017. Am gestrigen Sonntag nach der Familienmesse fand der Auftakt für die Kinder im katholischen Jugendheim Marienweg statt.
Klimawandel ist das Thema

Ein großer Kleiderständer dominiert den Gruppenraum. Viele in Reih und Glied aufgestellte Stühle. Dazwischen viele Mädchen und Jungen, die scheinbar planlos durch das Zimmer eilen. Doch alles folgt einem geregelten Ablauf. Kostümprobe ist angesagt, damit Caspar, Melchior und Balthasar im neuen Jahr auch in passenden Gewändern die Segensgrüße in die Häuser tragen und gleichzeitig die Spendenbüchse zum Wohl der Kinder in der Dritten Welt kreisen lassen können. Natürlich müssen auch die Lieder geprobt werden. Bis Anfang Januar wird sicherlich auch beim letzten der Heiligen Drei Könige der Liedtext „Es ist Sternsingerzeit...“ auswendig sitzen. Und die Stuhlreihen sind dafür da, dass die Kinder beim Filmgucken nicht hin und her rennen.

In der Aktion Dreikönigssingen 2017 erfahren die Sternsinger, wie wichtig ihr Engagement für Kinder ist, die vom Klimawandel direkt betroffen sind. Am Beispiel der Region Turkana erfahren sie, welch schwerwiegende Folgen die Veränderungen des Weltklimas für Menschen haben, die am wenigsten dazu beigetragen haben. Zum fünften Mal war Reporter Willi Weitzel für die Sternsinger unterwegs, diesmal im heißen und trockenen Norden von Kenia. Hier hat er Menschen getroffen, die traditionell seit hunderten von Jahren mit ihren Tieren durch das Land ziehen: die Turkana. Doch die Nomaden wandern zunehmend weniger umher. Ihre Lebensweise ist in Gefahr. Schuld daran ist der Klimawandel.

Auch im Jahr 2017 werden die Sternsinger aus Schwelm durch unsere Stadt ziehen und soziale Einrichtungen, Geschäfte und Familien vom 6. bis 8. Januar 2017 besuchen. Die Teilnehmer an der Sternsingeraktion treffen sich am Freitag, 6. Januar 2017, um 9 Uhr im Jugendheim. Um 9.30 Uhr geht es hinüber in die Marienkirche zum Aussendungsgottesdienst. Anschließend besuchen die Kinder die Geschäfte in der Innenstadt, Kindergärten und werden um 13 Uhr im Schwelmer Rathaus von der Bürgermeisterin empfangen. Am Samstag, 7. Januar, geht es weiter: Um 14.30 Uhr trifft man sich im Jugendheim St. Marien, ab 15 Uhr werden die sozialen Einrichtungen in der Kreisstadt wie die Altenheime und die Familien besucht, die sich angemeldet haben. Sonntag, 8. Januar, ist erneut 10.30 Uhr Treffen im Jugendheim angesagt. Um 11 Uhr wird die Familienmesse besucht, gegen 12.15 Uhr stärken sich alle Sternsinger bei einem gemeinsamen Mittagsessen im Jugendheim, ehe ab 13 Uhr die Segensgrüße in die Familien getragen werden. Gegen 17 Uhr wird die Aktion beendet sein, so die Planungen.
Erfolgsmodell seit 57 Jahren

Bereits seit 57 Jahren helfen Kinder in Deutschland anderen Kindern weltweit, denen es schlechter geht. Rund 330 000 Sternsinger in ganz Deutschland ziehen seit Jahren um den 6. Januar von Tür zu Tür, segnen Häuser und Wohnungen und sammeln Spenden für Not leidende Kinder in der ganzen Welt. Das Sternsingen ist ein alter Brauch, der bis ins Mittelalter zurückreicht. Als Könige gekleidet zogen Jungen durch die Gassen und spielten den Zug zur Krippe nach. Das Kindermissionswerk hat den Brauch 1958 durch die Sternsingeraktion wieder aufgegriffen und ihm ein neues Ziel gegeben. Heute ist das Sternsingen die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Alle Kinder sind seitdem herzlich eingeladen, beim Sternsingen mitzumachen. Natürlich dürfen auch Kinder beim Sternsingen mitmachen, die auf der Flucht nach Deutschland gekommen sind. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bei ihren Hausbesuchen schreiben die Sternsinger den Segen mit gesegneter Kreide über die Türen: 20*C+M+B+17. Der Stern steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Zugleich ist er Zeichen für Christus. Die Buchstaben C+M+B stehen für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus. Die drei Kreuze bezeichnen den Segen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

von Bernd Richter

 

Sternsingeraktion 2017 in Schwelm

28.11.2016 
Wer Besuch von den Sternsingern St. Marien bekommen möchte, kann sich in die an den Ausgängen der Marienkirche ausliegenden Listen eintragen oder sich im Pfarrbüro St. Marien, 02336/2171, melden.

Auch kleine Sternsinger werden noch benötigt. Wer bei der Aktion mitmachen möchte, kann sich mit Kerstin Hartje ( 02336/990256) oder Birgit Jessen ( 02333/833600) in Verbindung setzen. Mitmachen kann jedes Kind ab vier Jahren. Nach oben hin gibt es keine Altersbegrenzung.

Darüber hinaus können sich auch Erwachsene noch melden, die die Sternsinger zu ihren Einsatzorten fahren möchten.
 

Adventival geht in die siebte Runde

Schwelm. Die siebte Auflage des Adventival steht erneut unter dem Motto „Kultig. Himmlisch. Leise“ und findet vom 2. bis 4. Dezember im Ibach-Haus statt.
Das Organisationsteam des ökumenischen Musikfestivals „Adventival“ bringt mittlerweile nichts mehr so schnell aus der Ruhe. „Nach der kurzfristigen Absage von Headliner Stoppok im vergangenen Jahr sind wir nun mit allen Wassern gewaschen“, sagt der Schwelmer Musiker Stefan Wiesbrock und erntet Lachen von seinen Mitstreitern. Die Hoffnung ist groß, dass diesmal alle Künstler an Bord sind, wenn das Ibach-Haus von Freitag, 2., bis Sonntag, 4. Dezember, öffnet.

Die siebte Auflage steht erneut unter dem Titel „Kultig. Himmlisch. Leise.“, und das Team hat als aktueller Gewinner der EN-Krone der AVU eine bunte und vor allem hochqualitative Mischung an Künstlern gebucht, die die drei Tage zu einem abwechslungsreichen Erlebnis machen sollen. Mit größter Spannung erwarten die Organisatoren vor allem, wie ihr Ausflug in neue kulturelle Gefilde ankommt. „Wir haben zu ersten Mal auch etwas Kabarettistisches dabei“, sagt Pfarrer Uwe Rahn. Ansonsten stehen Rock, Folk, Jazz und Blues auf der musikalischen Speisekarte.
Freitag, 2. Dezember

Startschuss ist um 19 Uhr mit der offiziellen Eröffnung durch Bürgermeisterin Gabriele Grollmann. Dann betritt ab 19.15 Uhr mit Andreas Gundlach der erste Musik-Kabarettist in der Geschichte des Festivals die Bühne. „Das ist schon Wahnsinn: Der spielt mit der rechten Hand das Präludium von Bach auf dem Piano und löst parallel mit der linken einen Zauberwürfel“, sagt Stefan Wiesbrock.

Nach einer kleinen Pause zum Essen – dafür sorgt Lutz Diehl von der Eisenwerkschänke –, Trinken und Klönen geht es ab 21.30 Uhr mit einem ganz großen Namen weiter: Anne Haigis hat schon mit Peter Maffay, Wolf Mahn und Eric Burdon zusammengearbeitet. Beim Adventival lässt sie ihre Powerstimme nun in Schwelm erklingen. Ina Boo begleitet sie an Gitarre und Piano.
Samstag, 3. Dezember

„Der Samstag wird etwas spiritueller, christlicher“, sagt Mark Wiedersprecher der mit seiner Formation „Schwelm Connection“ ab 19 Uhr den Auftakt für Festival-Tag Nummer zwei bestreitet. „Es wird Jazzpop und weihnachtlich werden, verspricht der Schwelmer, der sich bereits sehr auf den Auftritt im Ibach-Haus freut.

Im christlichen Kontext des Festivals, zu dessen Organisationsteam Kaplan Christoph Werecki neu hinzugestoßen ist, bewegt sich auch die Sarah Kaiser Band. In der Szene hat sie fast Superstar-Status durch eine ganz besondere Idee. Sie kleidet klassische Kirchenlieder in ein soulig-jazziges Gewand, nimmt auch Gospelelemente in ihre Arrangements auf. Sie wird ab 21.30 Uhr ihr Programm beginnen. Auch am Samstag gibt es selbstverständlich Zeit zum Essen, Trinken und für Gespräche.
Sonntag, 4. Dezember

Zum dritten Mal laden die Schwelmer Kirchen und die Kulturfabrik Ibach-Haus, die das Adventival in Kooperation veranstalten, für Sonntag zum musikalischen Familiengottesdiens t ebenfalls ins Ibach-Haus ein. „Das ist seinerzeit so gut angekommen, dass wir davon nicht mehr abrücken wollen“, sagt Uwe Rahn. Auch der ökumenische Gottesdienst wird sehr musikalisch geprägt sein. Im Anschluss haben die Besucher noch die Gelegenheit, bei netten Gesprächen einen kleinen Imbiss zu sich zu nehmen. Der Gottesdienst ist selbstverständlich eintrittsfrei.

Stefan Scherer

 

Erntedankfest mit den Kita-Kindern St. Marien

Die kleinen Marienkäfer freuen sich über ihren ersten Auftritt in der Propsteikirche
Von Heike Büchsenschütz

Schwelm. 07.10.2016

Das Erntedankfest in der katholischen Gemeinde wurde mit einem besonderem Familiengottes­dienst gefeiert. Die Kirche war sehr gut gefüllt. Um den Altar lagen deko­rativ verschiedene Obst-, Gemüse- und Brotsorten. Propst Norbert Du- dek, stellte auch noch den Messwein - halbtrockener Riesling von der Mosel - und das Wasser aus dem Kran hinzu, bevor er anschließend die Gaben segnete.

Ulrich Isfort, der koordinierende Kirchenmusiker der Pfarrei, ließ die Orgel schweigen und statt dessen das Digital Piano erklingen. Er be­gleitete den Kinder- und Spatzen­chor und die Marienkäfer der Kita St. Marien. Die Marienkäfer hatten ihren allerersten Auftritt in der Propsteikirche St. Marien.

Die kleinen Marienkäfer werden jeden Mittwoch um 9 Uhr von Ulrich Isfort von der Kita in Begleitung von zwei Erzieherinnen abgeholt. In den dann folgenden 30 Minuten wird mit sehr viel Bewegung musiziert - und selbstverständlich alles auswendig.

 Isfort begeistert: „Es ist faszinie­rend, wenn man den Kleinen etwas vor macht, dann machen sie es sofort nach. Sie haben ein super Gehör.“ Er betont, wie wichtig die richtige Lage ist. „Kinder singen immer höher als Erwachsene.“

Die drei Erzieherinnen Nina Mus- tereit, Katarina Spormann und Su­sanne Thyssen hatten gruppenüber- greifend mit den Kindern ein An­spiel zum Emtedank einstudiert. Es handelte von der kleinen Gärtnerin und ihrem Bruder. In diesem Stück waren alle Kindergartenkinder im Alter von 2 bis 6 Jahren beteiligt. Die beiden Hauptdarsteller zeigten ein­drucksvoll, wie unterschiedlich sich das Leben entwickeln kann. Die kleine Gärtnerin kümmerte sich um ihren Garten und teilte ihre Ernte mit anderen, während ihr Bruder sein Glück mit falschen Freunden in der Stadt suchte und sein ganzes Gold verlor. Als er später zu ihr zu­rückkehrte, war er im Anfang sehr faul und ließ sie weiterhin alleine den Garten bestellen. Aber dann er­kannte er, was wirklich im Leben wichtig ist...

Ben (4), Neu-Schwelmer und ganz frisch ein Marienkäfer, hatte zur Unterstützung im Chor seine Mutter mitgebracht. Kerstin Ebeling erin­nerte sich: „Ich kenne Familiengot­tesdienste noch ganz ganz anders - streng, getragene Lieder, überhaupt nicht kindgerecht. Wir waren heute zum ersten Mal hier, aber wir kom­men wieder.“ In Schwelm kann es nämlich passieren, dass das Hallelu­ja als Salsa erklingt.

Unter reger Beteiligung wurden in einer Kinder- und in einer Erwachse­nenrunde die Fürbitten formuliert. Beim nachfolgendem Dankeslied hatten die beiden Neunjährigen Mia Allermann und Marielle Dreier als Solistinnen ihren großen Auftritt. Die Gottesdienstbesucher bedank­ten sich mit einem warmen Applaus bei den jungen Sängerinnen und Sänger. Propst Dudek verschenkte schließlich, wie die kleine Gärtne­rin, die Gaben des Erntedank-Altares. Das Mittagessen war gerettet.

 

Treue Mitglieder in Ruhestand verabschiedet 

Bild_ Der Dank galt den langjährigen Mitgliedern, die in den aktiven Ruhestand verabschiedet wurden

Schwelm. Das war doch gleich zu Beginn mal etwas anderes: Stefan Back eröffnete den Sonntag-Nachmittag mit seinem Instrument. Anstatt einer langen Rede erklang das „Trompeten Echo“. Stefan Back, der sehr viele Ämter und Funktionen in der Caritas und in der katholischen Gemeinde auf sich vereint, moderierte jüngst den Seniorennachmittag, unterstützt von Propst Norbert Dudek.

Viele offizielle Worte waren auch nicht notwendig, denn man kennt sich hier und freut sich jedes Jahr aufs neue, wenn die Elisabeth- und Vinzenzkonferenz einlädt. Eingeladen werden alle Senioren ab 75 Jahren der Gemeinde St. Marien. Die Resonanz war wieder so groß, dass sowohl am Samstag- wie auch am Sonntag-Nachmittag gemeinsam im Kolpinghaus gefeiert wurde. Insgesamt hatten rund 200 Personen das Angebot angenommen.

Eine Seniorin sagte: „Ich freue mich schon seit Tagen auf diesen Nachmittag. Schöne Musik, ein lustiges Programm und sich einfach bedienen lassen können. In Gesellschaft schmeckt ein Stück Kuchen gleich sehr viel besser.“

Die aktuell 10 aktiven Mitglieder der Elisabeth- und Vinzenzkonferenz hatten an beiden Tagen alle Hände voll zu, von der Organisation im Vorfeld einmal ganz abgesehen. Kuchen, Kaffee und die herzhaften Schnittchen wollten serviert werden und später das schmutzige Geschirr abgeräumt werden. Außerdem waren sie auch bei dem bunten Programm mit einem Sketch beteiligt.
Besondere Überraschung

Diesmal gab es für einige Teilnehmer eine besondere Überraschung. Als Vorsitzender der Elisabeth- und Vinzenzkonferenz musste Back feststellen „Wir sind dieses Jahr geschrumpft, aber auch wieder gewachsen.“ Er hatte die Ehre, an diesem Wochenende gleich acht langjährige Mitglieder in den aktiven Ruhestand zu verabschieden und die neuen Mitglieder vorzustellen.

Geehrt wurden Ulrich Düchting, Elsbeth Decker, Annet Kräber, Marlies Schneider, Friedel Schmitz, sowie das Ehepaar Willi und Leni Folle. Das Ehepaar Folle hat sich allein zusammen bereits 88 Jahre für karitative Aufgaben ehrenamtlich eingesetzt – Willi Folle setzt sich nach 50 Jahren nun zu Ruhe. Leni Folle lag es sehr am Herzen, sich bei den vielen Mitstreitern im Saal zu bedanken, die sie immer wieder unterstützt hatten, ohne selbst Mitglied der Konferenz zu sein. Sie erhielten neben einem süßen und nassen Dankeschön ein Bild der heiligen Elisabeth, der Namensgeberin der Konferenz.

Nach dieser Überraschung wurde das bunte Programm genossen. Am Samstag war die 4. Klasse der katholischen Grundschule St. Marien mit ihrem Tanz „Der Feuervogel“ zu Besuch. Viktoria (14) und Rebecca (21) waren dem Wunsch ihrer in der Elisabeth- und Vinzenzkonferenz aktiven Oma Marlies Oelze gefolgt und verzauberten am Flügel. Es spielte das Duo Norbert & Norbert, so dass auch getanzt werden konnte.

Heike Büchsenschütz

 

Instrumente verschmelzen im Kirchenschiff
 03.10.2016 
 
 Schwelm. „Orgel plus – einfach ein Genuss!“, lautet das Fazit nach dem Start der Musikreihe auf gehobenem Niveau. Wer während der vergangenen Wochen bei der Veranstaltungsreihe „Orgelherbst“ auf den Geschmack gekommen ist, der ist jeden ersten Samstag eines Monats um 18 Uhr zur Vorabendmesse in der Schwelmer Propsteikirche St. Marien richtig.
 
 Der koordinierende Kirchenmusiker der Propstei St. Marien und der Pfarrei Christus König aus Halver, Ulrich Isfort, wünschte sich seit langem, dass neben seiner Orgel ein weiteres Instrument im Kirchenschiff erklingt. Das ist nun geglückt: Regelmäßig wird der diplomierte Kirchenmusiker von Berufsmusikern begleitet, die dies jedoch ehrenamtlich leisten. Sie stimmen vier Stücke im Vorfeld ab. Wichtig sind dabei besonders die gemeinsamen Proben in der Kirche. Die Akustik in dem Schwelmer Rundbau ist eine Herausforderung, weil sie sehr trocken ist, also nicht hallt. „Profis zeichnen sich durch sehr gute Vorbereitung aus“ verrät Isfort, der seine Ausbildung am „Mozarteum“ in Salzburg mit dem A-Diplom „mit Auszeichnung“ abgeschlossen hat. Am Samstag war die Schwelmerin Anke Meisen mit ihrer Querflöte seiner Einladung gefolgt und gemeinsam begeisterten die beiden ihre Zuhörer.
 Den perfekten Platz suchen
 
 Die musikalische Qualität spricht sich herum. Eine Gottesdienstbesucherin gesteht: „Eigentlich bin ich ja nur wegen der wundervollen Musik gekommen.“ Die beiden Musiker probten bereits seit 17 Uhr bei geöffneter Kirche. Viele lauschten bereits, um auch der Entstehung des perfekten Zusammenspiels beizuwohnen. Anke Meisen verriet: „Wir müssen gut aufeinander hören können, damit wir das gemeinsame Notenwerk finden und uns helfen können, wenn mal was passiert.“ Dafür muss sie mit der Querflöte den richtigen Platz in der Kirche finden.
 
 Propst Norbert Dudek brachte es vom Altar aus auf den Punkt: „Es hört sich an, als ob ihr den ganzen Tag nur zusammenspielt.“ Die Besucher bekräftigten dies mit einem spontanen, aber langen, Beifall. Vielen hatte es schon vorher in den Fingern gejuckt. Neben der Predigt, in der Dudek lebensnah über „Ratschläge sind auch Schläge – oder doch besser Lebenstipps“ sprach, gab das Duo Werke aus der Bach-Familie und von Mozart zum Besten.
 
 Sie begannen mit Carl Philip Emanuel Bach (Sonate ES-Dur, Sonate G-Mol). Es folgte das Andante von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Werke fügten sich harmonisch in die von der Gemeinde gemeinsam gesungenen Lieder ein. Zum Auszug erklang von Johann Sebastian Bach aus der Orchestersuite Nr. 2, h-Moll, (BWV 1067) Menuett und Badinerie. Als Badinerie wird ein tanzartiges Stück mit schnellen und lockeren Zweiertakt bezeichnet. Das berühmteste Beispiel für ein Badinerie ist der in Schwelm gespielte Schlusssatz.
 
 Viele Besucher bedankten sich beim Verlassen der Kirche persönlich bei den Künstlern. Ulrich Isfort, der zum Veranstaltungsteam des Orgelherbstes gehört, hat aktuell zahlreiche Projekte: Sein Kinder- und Spatzenchor und die Marienkäfer der Kita St. Marien haben am Sonntag den Gottesdienst zum Erntedankfest gestaltet. In den Herbstferien startet er zudem ein Chor Projekt für Kinder ab der dritten Schulklasse.
 Planungen für das Jahr 2017 laufen

Und so geht es mit „Orgel Plus“ weiter: Am 5. November wird Isfort von Dr. Nils Brückelmann mit der Oboe begleitet. Dies ist auch ein besonderer Tag für die Orgel, denn exakt 33 Jahre zuvor wurde sie geweiht. Am 3. Dezember erhält die Orgel sogar Unterstützung von zwei Flöten. Anke Meisen kommt erneut mit ihrer Querflöte; Gaby Weidner wird zudem die Blockflöte spielen. „Diese Gestaltung des Gottesdiensts wird sehr gut angenommen“, sagt Isfort, der sich bereits in der Planung für die Fortsetzung der Orgelreihe im kommenden Jahr befindet.
 
 Heike Büchsenschütz

 

Hilfe auf dem ersten Lebensweg

27. Sept. 2016
von Angelika Trapp

Ennepetal. „Ihr seid wunderbare Kinder!“, rief Diakon Michael Nieder den „Kurzen“ der Kita Morgenland zu, die im Vordergrund der großen Feier standen. Die katholische Kindertagesstätte „Morgenland“ feierte nämlich am Samstag ihren 50. Geburtstag unter dem Motto „Wir sind gemeinsam unterwegs“.

Der besondere Tag begann mit einem Festgottesdienst in der katholischen Kirche St. Johann Baptist, der von Propst Norbert Dudek und Diakon Michael Nieder gehalten wurde. Vor einem von Kita-Leiterin Katja Heumann selbst gebauten Holzschiff im Altarraum – „die Schrauben wurden mir freundlicherweise von den Kindern angereicht“ – sangen die Mädchen und Jungen mit Matrosenkappe fröhliche Lieder, die sich um eine Schiffsreise drehten. Musikalisch begleitet wurde der Festgottesdienst von Lisa Schimnick, die auch Leiterin des Spontanchors ist.
Glückwünsche und Geschenke

Die Erste Bürgermeisterstellvertreterin Anita Schöneberg sprach im Namen der Stadt „zu diesem schönen Ereignis“ Glückwünsche aus. Nicht nur in der Politik und Kinderkultur habe sich während der vergangenen 50 Jahre einiges verändert. Auch pädagogische Konzepte, gesellschaftliche Umbrüche und der Wertewandel haben sich während dieser fünf Dekaden vollzogen und sich hinsichtlich des Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrags auch auf die Kita Morgenland ausgewirkt. „Wenn man auf diese lange Zeit zurückblickt, kann man nur erahnen, wie vielen Kindern hier bei ihren ersten Schritten in die Welt beigestanden wurde.“ Im Kindergarten üben sich die Kleinen schon früh im Umgang mit anderen und bekommen Sozialverhalten und Werte vermittelt. „Die Kita Morgenland leistet damit eine wichtige und verantwortungsvolle Arbeit – und dies bereits seit 50 Jahren. Dafür möchte ich auch dem Kita-Zweckverband im Bistum Essen als Träger dieser Einrichtung ein herzliches Dankeschön aussprechen“, sagte Anita Schöneberg.

Glückwünsche gab es noch von Kornelia Ahle vom Vorstand des Gemeinderats, die ein Apfelbäumchen, an dem Samentütchen – „für das Morgenland-Gewächshaus“ – hingen, mitgebracht hatte. Marion Mariniak, Leiterin der Kita St. Engelberg in Gevelsberg, beglückwünschte das Team der Kita Morgenland im Namen des Kita-Zweckverbands, hatte Gutscheine für alle Jungen und Mädchen im Gepäck. Michael Nieder erfreute mit Eis-Gutscheinen für das Morgenland-Team. Angesichts all dieser herzlichen Glückwünsche und Geschenke sagte Katja Heumann: „Ich bin ganz gerührt, ich sage danke“ – und da flossen ein paar Tränen.
Zusammenarbeit mit Gemeinde

„Früher, als der Kindergarten noch in Trägerschaft unserer Gemeinde war, hieß die Einrichtung Kindergarten St. Johann Baptist“, erklärte Michael Nieder. „Mit Gründung des Kita-Zweckverbands im Bistum Essen übernahm dieser die Trägerschaft über diese Einrichtung.“ Man arbeite als Gemeinde eng mit der Kita zusammen, auch wenn man nicht mehr Träger sei, so Nieder. „Wir sind als Gemeinde den Erzieherinnen und allen für die Einrichtung ehren- oder hauptamtlich Tätigen für ihr Engagement sehr dankbar. Wir schätzen die Lebendigkeit und die Kreativität der Kita“, betonte Diakon Nieder.

Nach dem Gottesdienst wurde zu Spiel, Spaß und allerlei Höhepunkte in die Kita eingeladen. Zunächst aber stand die Einweihung des neuen Spielgeräts mit Schaukel- und Klettermöglichkeiten auf dem Außengelände an, das von Propst Dudek geweiht wurde. Katja Heumann dankte den Sponsoren, unter anderem der Firma Ischebeck sowie der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld, hier sei Vorstand Bodo Bongen, der zur Feier mit Ehefrau Ursula, Leiterin der Kita St. Elisabeth, gekommen war, genannt. Anwesend war auch der Geschäftsführer des Kita-Zweckverbands, Peter Wenzel.

„Ruhrpott Events“ erfreute mit Zirkusaktionen und einer riesigen Hüpfburg. Ein reichhaltiges Kuchenbuffet und Grillwürstchen wurden angeboten. Auch gab es eine Tombola und ein Schätzspiel.

 

1000 Euro aus Schwelm helfen in Ruanda
Schwelm, 22.September 2016

Mit großer Freude und Dankbarkeit nahm Friederike Finis (rechts) jetzt eine Spende über 1000 Euro ent­gegen. Es ist ein Teilerlös des Ge­meindefestes in St. Marien und ge­dacht für den Unterhalt einer Aus­stellungshalle in Ruanda.

Im ostaf­rikanischen Land hatte die 20-jähri­ge Messdiener-Leiterin ein Freiwilli­ges Soziales Jahr in einer Einrichtung der Salesianer Don Boscos verbracht.

Im Ort Huye gibt es ein Berufsbildungszentrum, das nun auch dank der Spenden eine eigene Ausstellungshalle für die selbst hergestellten Produkte hat.

Propst Norbert Dudek (links) und Heinz-Georg Thier, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, überreich­ten den Scheck,

foto: Christine lanwehr

 
Ulrich Isfort spielt Bach, Mozart, Boëllmann, Reger und Liszt
Auftakt zum Schwelm-Gevelsberger Orgelherbst.
13.09.2016

Schwelm. Das Konzert für Marimbaphon, Percussion und Orgel machte letzte Woche Sonntag den Auftakt zum Schwelm-Gevelsberger Orgelherbst. Die Veranstaltungsreihe der Evangelischen und Katholischen Gemeinden aus Schwelm und Gevelsberg findet bereits zum elften Mal statt, erstmals auch mit Ennepetaler Beteiligung.

Nun ertönte der Orgelherbst am Samstag in der Christuskircke, Marius Beckmann spielte an der Orgel und am Sonntag war der koordinierende Kirchenmusiker der Propstei Schwelm, Ulrich Isfort, Organist in der Marienkirche. Er wurde in Münster geboren und studierte Kirchenmusik und Klavier in Regensburg. Sein Programm für den Orgelherbst gestaltete sich vielfältig. Er spielte Orgelstücke von Komponisten aus vielen Epochen. Vor jedem Stück wurden noch Informationen zu dem jeweiligen Komponisten gegeben. Die Kirche war zwar nicht bis auf den letzten Platz besetzt, aber dennoch waren viele Besucher da, um Isforts Orgelspiel zu lauschen.

Celine Padtberg
 

Propst ruft nach Terrorakt zum Zusammenhalt auf
16.08.2016 


 

 

 

Mit einem Meer von Blumen zeigen die Menschen in
Frankreich ihr Mitgefühl und setzen gleichzeitig ein
Zeichen für ein Miteinander und gegen Terrorakte.
Propst Norbert Dudek spricht sich gegen eine Vorverurteilung
von Andersgläubigen aus.Foto: Imago

Schwelm. Nach der Ermordung des Priesters Jacques Hamel in Frankreich ruft Propst Norbert Dudek die Gläubigen im Kreis zu Zusammenhalt und Dialog auf.

Nachrichten über grausame Terrorakte reißen weltweit nicht ab. Doch nicht nur aus weit in entfernten Ländern erreichen uns Schreckensmeldungen. In Frankreich ist der Priester Jacques Hamel grausam ermordet worden.

Auch die Gemeindemitglieder der Propstei Sankt Marien in Schwelm sind über diese Gewalt entsetzt. „Das ist bei uns schon ein großes Thema“, sagt Propst Norbert Dudek und nimmt in den aktuellen Gemeindenachrichten Stellung.
Als Pfarrei verbunden

„Immer wieder werden Christen Opfer von Gewalt und Verfolgung. Wir haben uns an die Nachrichten aus Afrika und Asien gewöhnt. Nun wurde ein katholischer Priester in Frankreich Opfer von Terroristen: Jacques Hamel aus Saint-Etienne-du-Rouvray. Als katholische Pfarrei fühlen wir uns verbunden mit unseren Glaubensgeschwistern in Frankreich und schließen die Opfer und auch die Täter des Anschlages in unser Gebet ein.“

Über den Anschlag zu schreiben, dass war Norbert Dudek ein starkes persönliches Anliegen, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt. Über Attentate in Afrika zum Beispiele höre man relativ oft. Aber „Frankreich ist ja relativ nah und es geht um einen Kollegen, um einen Mitbruder. Das ist sehr bedrückend, ich bin erschüttert.“

„Wir können nicht sicher sein, dass nicht auch in anderen Ländern Europas und auch in Deutschland weitere Christen und Vertreter der Kirchen der sinnlosen Gewalt zum Opfer fallen. Die Terroristen wollen damit Feindschaft schüren zwischen den Religionen und Muslime aus ihren Bezügen in ihren Wohnorten und zu den Menschen isolieren. Ähnliches wollen auch jene, die von rechtspopulistischen Ecken gegen Migranten, Religionsangehörige und Andersdenkende wettern.“
Gegen pauschale Verurteilungen

Norbert Dudek ist es wichtig, zu betonen: „Die sind nicht alle so.“ Er spricht sich gegen Vorurteile und pauschale Verurteilungen aus. Mit seinen Worten möchte er Mut machen und dazu aufrufen, auch in Zeiten des Terrors zusammen zu halten.

„Wie in vielen Orten und christlichen Gemeinden werden auch wir uns in Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal diesem Ansinnen nicht beugen. Wir pflegen weiterhin den partnerschaftlichen Kontakt und den Dialog mit Vertretern anderer Religionen und sehen uns darin im Geiste Jesu Christi handelnd. Wir werden uns weiterhin nach unseren Möglichkeiten für Schutz- und Hilfsbedürftige und auch für Flüchtlinge einsetzen, egal welcher Religion sie angehören. Ich bitte alle Pfarreiangehörige, das mitzutragen und sich weiterhin für Frieden,Versöhnung und Gerechtigkeit einzusetzen und füreinander zu beten“, erklärte Dudek

In der Gemeinde vor Ort soll der Dialog und das Miteinander auch weiterhin gelebt werden. Für das nächste Jahr ist unter anderem ein interreligiöses Kunstprojekt für Jugendliche geplant.

Auch ein Abend des Friedens soll wieder stattfinden, an dem auch Muslime teilnehmen. „Es geht da um gemeinsame Besinnung und den Dialog miteinander.“

Veronika Gregull

 

Eine kurze Auszeit vom Alltag

von Janice Holtz

Schwelm.

Als Inge Hansmann die Begegnungsstätte im Seniorenstift St. Marien betritt, sind schon fast alle Vorbereitungen getroffen worden. Monika Juraschek und Svenja Dohrmann vom Seniorenstift stellen noch die letzten Tassen auf einen der vier Tische im Raum. An der Tür hängt ein Schild: Café Auszeit. „Sollen wir die Plätze mit Tellern eindecken oder sie auf den Tisch stellen?“, fragt Dohrmann den Organisator des Cafés Dirk Heiske. „Stellt sie gestapelt in die Mitte – wir wissen ja noch nicht, wie viele kommen“, antwortet er und begrüßt Inge Hansmann. „Es dauert noch ein bisschen bis wir anfangen, aber Sie können sich ruhig schon setzen.“
Möglichkeit, sich auszutauschen

Sie sucht sich einen Platz und spricht gleich eine der beiden Mitarbeiterinnen an. Sie hält sich nicht lange mit Smalltalk auf und kommt direkt zum Punkt: „Können Sie mir sagen, ob sich mein Mann hier wohlfühlt?“ Acht Jahre lang hat Hansmann ihren dementen Ehemann zuhause gepflegt. Seit eineinhalb Monaten ist er in der Tagespflege des Seniorenstifts St. Marien untergebracht. Inge Hansmann hat sich viele Gedanken gemacht, ihren Mann in die Tagespflege zu geben, aber zuhause hat sie es allein nicht mehr geschafft. Im Café Auszeit hofft sie, andere kennenzulernen, die in der gleichen Situation sind wie sie und zu hören, wie sie besser mit der Krankheit umgehen kann. „Er fühlt sich hier sehr wohl und hilft uns immer in der Küche“, antwortet Dohrmann. Hansmann seufzt erleichtert auf.

Die Idee des Cafés ist, Menschen, die ihre Angehörigen zuhause pflegen, einmal im Monat die Möglichkeit zu geben, sich mit anderen, die ihr Schicksal teilen, auszutauschen. Sie sollen ohne schlechtes Gewissen einen Augenblick Zeit für sich haben dürfen und in einer Gesprächsrunde über ihre seelische und körperliche Belastung sprechen können.

Dirk Heiske und sein Team wollen den Besuchern auch als Pflegeberater zur Seite stehen, Tipps geben und Fragen beantworten. „Wenn jemand zuhause einen Angehörigen pflegt, steht die ganze Familie unter Druck, man hat kaum Zeit für sich im Dschungel der Aufgaben“, erklärt Heiske. So geht es auch Inge Hansmann.

In der vergangenen Zeit ist bei ihr zuhause vieles liegen geblieben. Jetzt wo ihr Mann tagsüber in der Pflegeeinrichtung ist, holt sie das alles auf. Viel Zeit für sich selbst bleibt da nicht.
Ein paar Minuten vor halb drei kommen noch drei weitere Frauen in den Raum. Sie setzen sich alle an den Tisch, an dem auch Inge Hansmann sitzt.
Betroffenes Nicken

Der Organisator des Cafés legt einige Gegenstände in die Mitte des Tischs: „Suchen Sie sich bitte den Gegenstand aus, der Sie am ehesten anspricht und stellen Sie sich vor.“ Ilse Remmel greift nach einem großen Segelschiff und fängt an, ihre Geschichte zu erzählen. Währenddessen kommt noch eine weitere Frau in den Raum und setzt sich dazu. Es sind fünf Frauen, von denen sich nur zwei von der Arbeit kennen und alle teilen das gleiche Schicksal. Sie pflegen ihren Ehemann oder ihre Mutter. „Das Segelschiff erinnert mich an Urlaub – wir sind früher immer nach Fehmarn gefahren, das vermisse ich“, sagt Remmel bevor ihre Sitznachbarin beginnt, sich vorzustellen und auch sie greift nach einem Symbol für den Urlaub. Einem Strandkorb. Als Hansmann dran kommt, hat sie das Buch „Ich bin dann mal weg“ vor sich gelegt. Sie sucht in ihrer Handtasche nach einem Taschentuch und greift stattdessen zu einer blauen Serviette auf dem Tisch. „Manchmal möchte ich auch einfach nur weg“, sagt sie, „Das macht mir ein fürchterlich schlechtes Gewissen. Am schlimmsten sind die Nächte.“

Zwei andere Frauen am Tisch nicken betroffen. Sie wissen, wovon Hansmann redet. Eine davon ist Ute Habicht. Sie erzählt von ihrem dementen Mann und wie er, seit sie die Fenster mit Schlössern gesichert hat, jeden Tag versucht, sie mit einer Pinzette und einer Feile zu knacken. „Es tut mir gut, dass ich hier bin und einfach mal reden kann“, sagt Habicht und Remmel erklärt: „Meist haben nur die wirklich Verständnis, die in der gleichen Situation sind.“ Am Ende des Cafés gehen alle Frauen in unterschiedliche Richtungen, aber alle haben das gleiche Ziel: Sie kommen beim nächsten Mal wieder.

 

St. Marien
Katholische Kirche legt Zahlen offen
22.07.2016 


Die Katholische Propsteikirche St. Marien in Schwelm.
Foto: Hans Blossey

Schwelm/Gevelsberg/Ennepetal.

Die Pfarrei St. Marien ist die flächenmäßig fünftgrößte Pfarrei des Bistums Essen, hat dabei ab eine etwa durchschnittlich hohe Katholikenzahl. Die 17 254 Katholiken der Pfarrei teilen
sich wie folgt auf: 5326 Katholiken in der Gemeinde St. Marien Schwelm, 5827 in St. Engelbert Gevelsberg und 6101 in Herz Jesu Ennepetal. Diese und weitere Zahlen sind der kirchlichen Jahresstatistik 2015 zu entnehmen, die das Bistum Essen jetzt vorgestellt hat.

Bei 17 254 Katholiken (2014: 17181) verfügt die Pfarrei St. Marien über insgesamt neun aktive Standorte: drei Gemeindekirchen, vier Filialkirchen, eine weitere Kirche und eine Kapelle. Im Pfarrgebiet ist eine italienische Personalgemeinde aktiv, die zwei Standorte nutzt. Zudem sitzt eine kroatische Personalgemeinde an der Filialkirche St. Martin in Ennepetal.
Pfarrkirche dominiert ganz klar

Bei insgesamt leicht unterdurchschnittlicher Besucherzahl ist die Gottesdienstteilnahme im Pfarrgebiet stark heterogen. Allein für den Standort der Pfarrkirche St. Marien sind etwas
40 Prozent aller Gottesdienstbesucher des Pfarrgebiets gemeldet. Die Filialkirche St. Johann Baptist und die Gemeindekirche St. Engelbert folgen mit großem Abstand bei jeweils um 16 bis 17 Prozent Anteil am Gottesdienstbesuch der Pfarrei. Die Gemeindekirche Herz Jesu, sowie die im eigenen Gebäude durchgeführten italienischen Gottesdienste sind dagegen schwach besucht, während alle übrigen Standorte im Gebiet der Propsteigemeinde, für die Angaben vorliegen, sehr schwache Teilnehmerzahlen ausweisen.

Bei den insgesamt leicht überdurchschnittlichen Taufzahlen der Pfarrei zeigen die Standorte St. Marien und Herz Jesu hohe Werte vor der Gemeindekirche St. Engelbert und den Filialkirchen Liebfrauen und St. Johann Baptist. An den übrigen Standorten finden nur sehr vereinzelt Taufen statt. Die Zahl der Erstkommunionen ist pfarreiweit bezogen auf die Katholikenzahl weit überdurchschnittlich, wobei die Mehrzahl der Amtshandlungen an den Standorten St. Marien und St. Engelbert vorgenommen worden ist. Die italienische Personalgemeinde hat eine eigene Erstkommunionsgruppe. Die Zahl der Trauungen bleibt in der Pfarrei hinter den im Bistum Essen üblichen Werten zurück. Es dominieren die Standorte der Pfarrkirche, der Gemeindekirchen
und der Filialkirche St. Johann Baptist gegenüber den übrigen Standorten.
Weitere Zahlen

Hier noch einige Zahlen aus der Statistik (Zahlen für 2014 in Klammern): 114 Taufen (111), 138 Erstkommunionen (131), 114 Firmungen (96), 19 Trauungen (12) 1 Übertritt (3), 3 Wiederaufnahmen (0), 121 Austritte (174), 153 Bestattungen (166).

Bernd Richter

 

Sprachpaten
Es kamen Flüchtlinge und es waren Menschen  
21.07.2016 | 

Beim zweiten Frühstück der Sprachpaten im
Marien-Pfarrsaal kamen „Lehrer“ und „Schüler“.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.
Ein mit vielen Leckereien reich gedeckter Tisch. Vor dem Tisch eine lange Schlage von gut gelaunten Menschen, die den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück in geselliger Runde begehen wollen. Die Sprachpaten St. Marien/Caritas haben nach März zum zweiten Frühstückstreff für Asylbewerber in den Pfarrsaal eingeladen.

Und wie beim ersten Mal kommen mehr Menschen allen Alters, als die Organisatoren erwartet haben.
 
Doch das bringt die Ehrenamtler der Flüchtlingshilfe der katholischen Propsteigemeinde St. Marien und der Caritas natürlich nicht aus der Fassung. „Bringt alle mit, die kommen wollen, haben wir unseren Sprachschülern gesagt“, freut sich Klaus Hofnagel eher darüber, wie gut das Angebot angenommen wird. Seit gut eineinhalb Jahren leistet die Freiwilligengruppe aktive Integrationsarbeit in der Kreisstadt. Rund 40 Asylbewerber werden jeweils montags und mittwochs zwischen 10 und 12 Uhr in den Gebrauch der deutschen Sprache unterwiesen. Ein Sprachpate betreut drei bis vier Asylbewerber. Gesponsert wird die Initiative von der Mariengemeinde und der Caritas.

Doch das Geld ist nicht das Hauptproblem der Sprachpaten. Die Ehrenamtler machen ihre Aufgabe mit Herzblut. Doch irgendwann kommt jeder einmal an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit, braucht eine Auszeit. Nicht nur die Bürgerkriegsflüchtlinge müssen ihre Erlebnisse verarbeiten, auch die Sprachpaten brauchen Zeit zum Verschnaufen, um den Kopf frei zu bekommen. Das Sprachprogramm wird zwar auch im Sommer weitergeführt, jedoch im verminderten Umfang. Nur der Mittwochsunterricht im katholischen Jugendheim am Marienweg wird in den nächsten Wochen stattfinden. Nicht nur Klaus Hufnagel vermisst ein wenig die Wertschätzung für die geleistete Ehrenarbeit seitens der offiziellen Stellen. „Es interessieren sich nicht wirklich viele Leute dafür, was wir so machen.“ Nach den Sommerferien soll es eine Bestandsaufnahme geben.

Der Sprachunterricht für Migranten ist das eine, das andere sind die persönlichen Kontakte, die in den zurückliegenden Monaten gewachsen sind. „Es kamen Flüchtlinge und es waren Menschen“, sagt Klaus Hufnagel. In den zwischenmenschlichen Beziehungen sei so viel gewachsen, das weit über den Sprachunterricht hinaus gehe. Die Sprachpaten begleiten ihre Schützlinge beispielsweise bei Behördengängen. Oder für den jungen Iraner, der gerne Fußball spielt, wird ein Platz beim VfB gesucht. Da ist dann noch die albanische Familie, die kein Bleiberecht hat und nach Monaten erfolgreicher Integrationsarbeit abgeschoben wird. „Es sind zwei Seelen in meiner Brust. Wir können die Welt nicht alleine retten, aber wenn man die Leute kennen gelernt hat, ist alles viel schwieriger“, sagt Klaus Hufnagel.

Von der Herzlichkeit der hilfesuchenden Menschen ist auch Marie-Luise Kramer angetan. Besonders die gelebte Gastfreundlichkeit hat es der ehemaligen Deutschlehrerin angetan. Eine Gastfreundlichkeit, die in ihrer Heimat so nicht mehr selbstverständlich sei. „Deutschland verkommt langsam zu einer Ellenbogengesellschaft“, meint die Sprachpaten. Die Flüchtlingsströme erinnert sie an ihre Elterngeneration. „Die Flüchtlinge damals waren auch entwurzelt und traumatisiert.“
Servicestelle Ehrenamt

Hilfreich ist nicht nur für die Spachpaten St. Marien/Caritas die neu geschaffene Servicestelle Ehrenamt in der Stadtverwaltung (Tel. 02336/801-305). Anke Kelch ist seit 18. Januar für die Vernetzung der Ehrenamtler innerhalb der Stadtgrenzen zuständig. Dazu gehört auch die Weiterleitung von informationen, wo was innerhalb der Stadt zu finden ist und was es schon gibt. Die Stelle ist jedoch nicht nur nach Meinung von Klaus Hufnagel mit einer „völlig unzureichenden Stundenzahl von 25 Wochenstunden“ ausgestattet.
Bernd Richter

 

Prälatengarten

Biergarten-Tradition am Pfarrhaus

19.07.2016 

Engagieren sich in der St. Marien-Gemeinde Schwelm:
(von links) Amal und Raid Al Masara, Maya Al Masara,
Heinz-Georg und Liesel Thier,
Lujaim Al-Masara und Mechthild Orthen.

Foto: Janina Drewes

 

 

 

 

 

 

Schwelm. „Bayerische Biergarten-Atmosphäre“ am südlichen Rande des Ruhrgebiets: Im Prälatengarten hinter dem Pfarrhaus der St.- Marien-Gemeinde Schwelm gibt es zwar keine Weißwürstchen, aber dafür Bratwürstchen, viele leckere Salate und kühle Getränke in Verbindung mit den aneinander gereihten Sitzgarnituren unter freiem Himmel erinnern stark an das Alpenbundesland.

Seit über 20 Jahren

Selbst die größten Bayern-Skeptiker können angesichts dieses Grillabends nicht leugnen, wie viel Gemütlichkeit in der Biergarten-Tradition steckt.

Tradition ist der Sommertreff der Gemeinde St. Marien inzwischen ebenfalls: Seit über 20 Jahren erfreut sich die Veranstaltung größter Beliebtheit und wird von Alt und Jung als Anlass wahrgenommen, um zusammen zu kommen und in netter Runde alte Bekanntschaften zu pflegen und neue zu gewinnen.

Diese Möglichkeit ist Heinz-Georg und Liesel Thier zu verdanken, die den Treffpunkt jedes Jahr in den Sommerferien organisieren – und das mit Erfolg: „Bei gutem Wetter zählen wir häufiger mal 80 bis 100 Besucher an einem Abend“, vermerkt Heinz-Georg Thier, der unter anderem seit vielen Jahren Vorsitzender des Gemeinderates St. Marien ist.

„Irgendwann hat man so einen Posten übernommen und wird ihn nicht wieder los“, schmunzelt er, fügt aber sofort hinzu: „Macht aber natürlich auch Spaß. Genau wie das Veranstalten des Sommertreffs, bei dem immer interessante Gespräche zustande kommen.“ Der Meinung sind seine Besucher gleichermaßen und die besten Rückmeldungen sind die, „dass sie immer wiederkommen“. Als bestes Beispiel dafür dient Monika Juraschek: „Ich freue mich schon das ganze Jahr auf dieses Fest.“

Geld für die Waisen

Bei aller Freude gibt es jedoch einen ernsten Hintergrund der Veranstaltung: Die Verköstigung wird zwar umsonst angeboten, aber im Gegenzug wird zu einer Spende aufgerufen, mit der jedes Jahr ein Straßenkinderprojekt in Quilmes, Argentinien, unterstützt wird. Dieses wird von der St.-Marien-Gemeinde selbst betreut: Pater Theodoro Trimpte, der früher vor Ort hautnah mit Straßenkindern und deren Schicksalen in Berührung kam, rief das Projekt ins Leben. Inzwischen ist er über 80 und zurück in Deutschland, aber seine Bemühungen tragen Früchte und werden weitergeführt.

Dabei „werden elternlose Kinder von der Straße geholt, ihnen wird eine Unterkunft zur Verfügung gestellt sowie ein Zugang zu Bildung ermöglicht“, erzählt Heinz-Georg Thier. Dieses Vorhaben erweist sich häufig schwierig, jedoch auch ziemlich wirksam. Nicht nur der Sommertreff, sondern zahlreiche Veranstaltungen der Gemeinde, wie zum Beispiel der jährliche Martinszug, bringen Geld für die Fortführung des Unterfangens. In der Gemeinde lässt sich sogar eine Skat- und Doppelkopfrunde finden, die einige Summen für die Straßenwaisen zusammenspielt – es lässt sich also auf viele Art und Waisen helfen.

Dessen sind sich auch Amal und Raid Al-Masara mit ihren Töchtern Lujaim (13) und Maya (15) bewusst. Die syrische Flüchtlingsfamilie, die vor etwa einem Jahr nach Deutschland gekommen ist, packt beim Ablauf des Sommertreffs mit an, indem sie den Grill bedienen, Getränke ausschenken und sich um die Gäste kümmern.

Freundschaft statt Patenschaft

Das schaffen sie in schon erstaunlich gutem Deutsch, was nicht nur Mechthild Orthen beachtlich findet. Sie ist Patin der Familie, aber inzwischen „arbeitslos“: „Wir haben uns hier in der Kirche nach einem Gottesdienst kennengelernt. Anfangs habe ich sie ein bisschen unter meine Fittiche genommen und zum Beispiel bei wichtigen Gelegenheiten wie Schulveranstaltungen übersetzt. Inzwischen ist das gar nicht mehr nötig, da ist aus der Patenschaft viel mehr eine Freundschaft geworden“, berichtet Mechthild Orthen. Freundschaft – ein Gut, in dessen Besitz viele der Besucher dank des Sommertreffs im Prälatengarten kommen. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen – aber neue Bekanntschaften scheinbar auch.

Janina Drewes

 

Bernd Fallbrügge
In Schwelm zum Pastoralreferenten gereift
13.07.2016  

Abschied von Bernd Fallbrügge (rechts):
An dem Hochamt nahmen Propst Norbert Dudek (Mitte),
Propst em. Heinz Ditmar Janousek (2. von links) und
Kaplan Christoph Werecki teil.
Begleitet wurden sie von Vertretern der DPSG Schwelm,
DPSG Gevelsberg, PSG Schwelm
 und der Messdienerschaft.

 

 

 

 

 

Schwelm. „Wo ist die Zeit geblieben?“ Dies fragten sich viele, die an der Verabschiedung von Pastoralreferent Bernd Fallbrügge aus der Propsteipfarrei St. Marien teilnahmen.

Am Freitag wurde er vom Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck in einem feierlichen Gottesdienst im Hohen Dom zu Essen ausgesendet. Aus dem Pastoralassistenten wurde der Pastoralreferent.

Für Bernd Fallbrügge heißt es Abschied nehmen und auf in die große weite Welt. Die drei Berufseinführungsjahre sind erfolgreich absolviert. Seine nächste Station ist die Pfarrei St. Peter und Paul Witten-Sprockhövel-Wetter. Ab September wird er sein Büro und seinen Wohnsitz in der Gemeinde St. Josef in Haßlinghausen haben - ca. 5 km Luftlinie von Schwelm entfernt.

Bernd Fallbrügge (34) wuchs in der Bauerschaft Harle bei Coesfeld auf, erreichte 2,02m Körpergröße und machte eine Berufsausbildung als Chemikant. Nach dem Abitur studierte er in Münster und Innsbruck Theologie. Der Diplom-Theologe arbeitet seit 2013 im Pastoral im Bistum Essen.

Begrüßungsdienst selbst geleitet

Bernd Fallbrügge ließ es sich nicht nehmen, selbst vor der Messe zu seinem Abschied, den Begrüßungsdienst zu leisten und übergab an der Tür den Gottesdienstbesuchern die Gesangsbücher. An dem Hochamt in St. Marien nahmen Propst Norbert Dudek, Propst em. Heinz Ditmar Janousek und Kaplan Christoph Werecki teil. Begleitet wurden sie von Vertretern der DPSG Schwelm, DPSG Gevelsberg, PSG Schwelm und der Messdienerschaft Schwelm.

Nach dem Gottesdienst hatte die Gemeinde die Gelegenheit, „ihrem Bernd“ im Pfarrsaal die besten Wünsche mit auf dem Weg zu geben und Danke für die gemeinsame Zeit zu sagen. Bereits in der Messe stellte Propst Dudek fest „Was du hier in Schwelm gelernt hast, kannst du in der ganzen Welt gebrauchen. Sei da, wo du gebraucht wirst.“

Bernd Fallbrügge hat sich sehr in der Jugendarbeit und in der Ökumene engagiert. Er war die Kontaktperson zu den Jugendverbänden und für die weiterführenden Schulen. Seine Schulgottesdienste waren beliebt. Auch im Seniorenkreis war er gern gesehener Gast und Helfer.

Das Schwelmer Pastoralteam mit Propst Norbert Dudek als Solisten bereitete dem Kuchenfan ein musikalisches Sahnetörtchen. Frei nach dem Motto „Man isst nur mit dem Herzen gut“ und in Anlehnung von Antoine de Saint-Exupéry erklangen selbstgeschriebene Texte zu Herbert Grönemeyers „Currywurst“ und Udo Jürgens „Bitte mit Sahne“.

Die Mutter von Bernd Fallbrügge erkannte ihren Sohn gleich wieder und verriet seinen Lieblingskuchen – Mutters Schlosstorte. Sichtlich stolz fügte sie an, dass mit der Ernennung zum Pastoralreferenten für ihren Sohn ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen ist. Der Glaube hätte ihm in seinem Leben bereits sehr viel gegeben - „wer glaubt, ist nie allein“ - und Seelsorge wäre sein Ding.

Geschickt erhielt er von seinen Kollegen und Kolleginnen aus dem Vorbereitungsteam der „achtzehn 100 - junge Messe“ einen Gutschein für eine Schwelmer Eisdiele. Damit ist sichergestellt, dass man ihn in der Stadt doch öfter mal wiedersieht.

Bernd Fallbrügge bedankte sich in seiner typischen bodenständigen Fröhlichkeit sowohl bei der Gemeinde wie auch bei seinen beiden „Chefs“ – Propst Norbert Dudek und Propst em. Heinz Ditmar Janousek mit individuellen Geschenken. Er habe sich in Schwelm immer sehr wohl gefühlt und seine Ausbildung genossen. Ganz besonders lag es ihm am Herzen, sich für das Engagement der Jugendgruppen zu bedanken, dass ihn sehr gefreut habe. Dadurch, dass er im Jugendheim wohnte, hätte er oft miterleben können, wie viele Stunden die Jugendleiter für ihre Gruppen aufbringen.

Ein sehr persönliches Erinnerungsstück, ein selbstgemaltes symbolisches Bild, erhielt er vom Propst Norbert Dudek. Ein Stück Schwelm - sein bisher getragenes Gewand - wird ihn weiterhin bei seinem Dienst begleiten. Es folgten weitere Redner aus den Pfadfindergruppen und der Kolpingfamilie, die darauf hoffen, dass er im Karneval nochmal „den Münsterländer raus haut“. Diakon Michael Nieder vertrat die Gemeinde Ennepetal. Er wies auf die gelungene erste gemeinsame Firmvorbereitung in Schwelm und Ennepetal hin. Bevor Bernd Fallbrügge aber endgültig seine Koffer packt und den Umzug nach Haßlinghausen vollzieht, begleitet er die KJG Gevelsberg nach Tirol.

 

Seniorenstift St. Marien verwandelt sich in ein Wunderland

11-04-2107
von Laura Dicke

Schwelm. Einen Zauberer, Mädchen auf Rollschuhen oder jede Menge Seifenblasen. Sowas sehen die Bewohner des Seniorenstifts St. Marien nicht alle Tage. Umso größer war die Freude beim großen Sommerfest am vergangenen Samstag. Unter dem Motto „Alice im Wunderland“ wurde ein buntes Programm auf die Beine gestellt und das Gebäude und Außengelände des Seniorenstifts regelrecht zum „Wunderland“ verwandelt.

Als wären sie gerade aus dem Wunderland angereist: Bunt und turbulent geht es
beim Auftritt der Rollkunstläuferinnen „Showskating“ zu.   Foto: Laura Dicke

Auftakt mit Musik

Das Programm startete im hauseigenen Café mit dem Auftritt der Kita St. Marien, gefolgt von dem Chor „De Nohbern“. Draußen ging es anschließend weiter. Die bunt gekleideten Mädchen der Tanzgruppe „Regenbogenfische“ ernteten mit ihrem Auftritt zu Nenas „99 Luftballons“ viel Applaus.

Bunt und vor allem turbulent ging es auch bei dem folgenden Auftritt der Rollkunstläuferinnen „Showskating“ zu. Mit ihren bunten Petticoats und den Luftballons in den Händen sahen sie fast aus wie soeben aus dem Wunderland angereist.

Besonders gespannt wurde auf den Auftritt der Schwelmer Marienspatzen gewartet. Der im letzten Jahr gegründete Chor des Seniorenstifts St. Marien zählt heute schon 35 Sänger und Sängerinnen. Darunter Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter und Ehrenamtliche. Chorleiter Uli Wewelsiep ist besonders stolz auf seine Gruppe, denn vor einem Monat gewannen sie bei der „Nacht der Chöre“ in Hattingen gegen elf weitere Chöre der Contilia Gruppe den ersten Platz und holten somit den Wanderpokal nach Schwelm. Ihr Siegeslied „Ich wünsch dir Liebe ohne Leid“ von Udo Jürgens durfte natürlich bei ihrem Auftritt beim Sommerfest nicht fehlen.

Für Simone Isfort, Leitern für Öffentliches und Soziales, war jedoch der Nachmittag nicht nur aufgrund der musikalischen Unterhaltung besonders. „Das Schöne am Sommerfest ist die Verbundenheit. Bewohner, Angehörige, viele Ehrenamtliche und auch die katholische Kirche helfen mit und halten zusammen “, erklärte sie.

Während die Erwachsenen dem Gesang des Chors lauschten, spielten die Kleineren lieber mit Seifenblasen, beim Dosenwerfen oder ließen sich von Zauberer Rainer Roth verzaubern. Mit Kuchen, Bratwurst, Pommes und jederlei Getränken wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt.

Den Kindern stand jedoch noch eine ganz besondere Überraschung bereit: Alice verteilte kleine Wundertüten. Einzig und allein die Grinsekatze fehlte im Seniorenstift-Wunderland, oder sie ließ sich einfach nicht sehen.

 

Marienspatzen gewinnen bei "Nacht der Chöre"

Schwelm. Nachdem im April letzten Jahres 20 Sängerinnen und Sänger im Seniorenstift St. Marien den Grundstein für den heutigen Chor die „Schwelmer Marienspatzen“ ge­legt hatten, ist der Chor auf 35 Sän­ger angewachsen. Bewohner, Ange­hörige, Mitarbeiter und Ehrenamtli­che des Hauses sind innerhalb von einem Jahr von einer „Chaotischen Truppe“ zu einem mittlerweile ein­heitlich singenden, vorzeigbaren Chor zusammengewachsen.

Mit Uli Wewelsiep, einem erfahre­nen Chorleiter aus Wuppertal, ha­ben die Schwelmer Marienspatzen jemanden gefunden, der ihnen die richtigen Töne beibringt, die not­wendige Körperspannung und alles, was zum guten Singen dazugehört.

Mit viel Spaß sind alle Chorsänger bei den Chorproben dabei und wur­den für ihr großes Engagement be­lohnt. Unter dem Motto ,Vdr sind von Kopf bis Fuß auf Liebe einge­stellt“ fand die „Nacht der Chöre“ in der Gebläsehalle der Henrichshütte in Hattingen statt. Mehr als 500 Se­nioren mit Angehörigen, Mitarbei­tern, Ehrenamtlichen und die 12

Chöre der Contilia Gruppe besuch­ten diese tolle musikalische Veran- stal. Mit ihrem Lied „Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden“ von Udo Jür­gens gewannen Sie gegen die 11 an­deren Chöre den ersten Platz. Und der wurde mit einem Wanderpokal und einem Besuch eines Musicals für alle Chorsänger belohnt.

Nächster Auftritt beim Sommerfest

Die Freude unter den Sängern und auch die Freude der anderen Chöre an dem Sieg war ein unbeschreibli­ches Erlebnis. Rosen für die Sänger, herzlicher Applaus und eine Zugabe ließen diesen Abend noch lange nachklingen. Und wer wissen möch­te, wie Sieger aussehen, ist am 9. Juli ab 15 Uhr herzlich zum Sommerfest eingeladen. Dort treten die „Schwelmer Marienspatzen“ mit Chorleiter Uli Wewelsiep und einem Jazz-Pianisten mit ihrem Sieger-Titel und weiteren bekannten Stücken auf.
Bild ; Die Schwelmer Marienspatzen" aus dem Senioenstift St. Mariem von PICASA

 

Tapetenwechsel im Seniorenstift

Schwelm. Die Tagespflege und -betreuung im Seniorenstift St. Marien eröffnete im April 2000. Seit dieser Zeit wurden dort bis zum heutigen Tag 297 Gäste betreut. Dass so ein langer Zeitraum auch Spuren hinter­lässt, ist nicht verwunderlich. Die Möbel, aber auch die Tapeten und die Terrasse wiesen Gebrauchsspu­ren auf, die Einrichtung war in die Jahre gekommen. Kurzum ent­schied man sich für das Jahr 2016 zu einer Renovierung der Räumlichkei­ten, in denen sich die Gäste noch wohler fühlen können.

Im April begannen die Renovie­rungsarbeiten, selbstverständlich bei laufendem Betrieb. Sämtliche Handwerker traf man über einen Zeitraum von drei Wochen, aber auch das Team fasste tatkräftig mit an. Es mussten alle Sachen aus den Räumen weggeräumt werden, und nur die notwendigsten Utensilien standen zur Verfügung.

 Für zehn Tage „zogen“ die Gäste der Tagespflege und -betreuung in die Begegnungs­stätte des Seniorenstiftes und wur­den dort genauso gut versorgt. Nach drei Wochen erstrahlte die Tages­pflege und -betreuung im neuen Glanz. Frische Farben an den Wän­den, neue Polster auf den Möbeln, Räume wurden durch Regale und Therapieschränke geteilt und schö­ne Dekorationsgegenstände zieren nun die Räume.

Wer die Tagespflege und -betreuung betritt, wird auf das neue Gestaltungskonzept aufmerk­sam. An der Eingangstür befindet sich ein Druck mit der Skyline von Schwelm und einem Schriftzug „Zur schönen Aussicht“. An den Wänden findet man wunderschöne alte Bild der mit Motiven der Stadt Schwelm.

Auch die einzelnen Räume sind mit alten Fotos von Schwelm be­nannt. Das Thema Schwelm als ge­samt Konzept aufzunehmen hat unter anderem den Sinn, dass sich die Gäste an frühere Zeiten erin­nern. In der „Schwelmer Ecke“ trifft man sich künftig zum Kaffeeklatsch. Ein besonderes Highlight ist die An­schaffung eines mobilen Therapie­herdes, mit dem nach Rezepten der Gäste gekocht und gebacken wird.

25 000 Euro Spende

Im Juni feierten Gäste, Mitarbeiter und Angehörige den „Tapetenwech­sel“ in der Tagespflege. Dass so eine größere Renovierungsmaßnahme nicht ohne die nötige Finanzierung auskommt, versteht sich von selbst. Und so dankte Einrichtungsleiterin Bettina Spitz dem „Verein der Freun­de und Förderer des Seniorenstiftes St. Marien Schwelm“ für seine groß­zügige Spende von 25 000 Euro von Herzen. Das Programm trug neben der schönen Umgebung sein Übriges zu einer gelungen Feier bei. Zaube­rer Rainer Roth verzauberte sein Publikum mit allerlei Tricks. Drehor­gelspieler Willy Reichelt lud die Gäs­te zum Mitsingen ein. Ein besonde­rer Genuss war eine Tanzgruppe jun­ger Mädchen von der Ballettschule Gaby Hilpert. Mit einem „Sommer­blätterwalzer“ und einem „Stepp­tanz im Westemstil“ erfreuten die Tänzerinnen alle Gäste.

Anmekug: Wer sich die neu gestalteten Räume ansehen möchte, ist herzlich zum kommenden Infotag am Samstag, 6. August, um 15 Uhr eingeladen.

 


Aus für das Haus der Familie

 

Seit Jahrzehnten ein „wichtiger Bildungsort für die Menschen im Kreisdekanat Hattingen-Schwelm“: Die Katholische Familienbildungsstätte verlässt Ende des Jahres ihre angestammten Räumlichkeiten an der Haynauer Straße.Foto: B. Richter


Schwelm. Aus für die Katholische Familienbildungsstätte Schwelm (Haus der Familie) an der Hayenauer Straße 5. Die Katholische Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen gGmbH (KEFB) hat die Schließung der Einrichtung zum Ende des Jahres 2016 beschlossen. Dies bestätigte KEFB-Geschäftsführer Norbert Hendriks auf Nachfrage unserer Redaktion. „Diese Entscheidung ist dem Träger der Katholischen Familienbildungsstätte sehr schwer gefallen, da die Einrichtung über Jahrzehnte zu einem wichtigen Bildungsort und Kristallisationspunkt für die Menschen im Kreisdekanat Hattingen-Schwelm geworden ist“, teilte Hendriks schriftlich mit.Ursache ist Sparauftrag des BistumsAls Ursache für die Schließung des Hauses nannte der KEFB-Geschäftsführer den „anstehenden und dringend notwendigen Sparauftrag, den alle Pfarreien, Einrichtungen und Arbeitsstellen im Bistum Essen erfüllen müssen, um eine verlässliche Zukunftsaufstellung zu gewährleisten“.

Was das künftige Kursprogramm der auf Familienangebote fokussierten Katholischen Familienbildungsstätte Schwelm betrifft, heißt es in der Mitteilung, „dass die Menschen in Schwelm und Umgebung mit einem adäquaten und ihren Bedürfnissen entsprechenden Angebot auch zukünftig rechnen können“. Die inhaltliche Arbeit würde verlässlich fortgeführt und die dafür notwendigen Gespräche seien schon in vollem Gange. „Es wird weiterhin Angebote geben, sie werden nur nicht mehr aus diesem Haus heraus angeboten“, erklärte KEFB-Geschäftsführer Hendriks im Gespräch mit unserer Zeitung.Nach Informationen unserer Redaktion denkt die KEFB unter anderem über die Anmietung von anderen Gemeinderäumen für ihre Kurse nach. Nachfragen dazu, wie auch zum Umfang der künftigen Kursangebote bzw. zu den Folgen fürs Personal blieben mit Verweis auf ein Pressegespräch am 16. Juni unbeantwortet.

Die Pfarrei St. Marien, Eigentümerin des Gebäudes Haynauer Straße 5, das von der Gemeinde mitgenutzt wird und in dem sich auch der Pfarrsaal befindet, sei vor Wochen von der KEFB über deren Schließungspläne informiert worden, erklärte Propst Norbert Dudek. Er bezeichnete die Entscheidung als bedauerlich. Der Mietvertrag mit der KEFB gehe über die Jahresfrist hinaus. Wie St. Marien danach mit ihren freistehenden Räumlichkeiten verfährt, werde nun Bestandteil des Pfarrei-Entwicklungsprozesses, erklärte der Propst. Der Verlust des Ankermieters trifft die Pfarrei zu einem Zeitpunkt, zu dem sie selbst auch über Einsparungen nachdenken muss. Bis 2018 ist dem Bistum ein Sparkonzept vorzulegen.

„Der Beschluss zur Schließung ist da nicht hilfreich“, sagte Propst Dudek.Über die Neuigkeiten und Veränderungen werden die Gemeindemitglieder am Wochenende im aktuellen Gemeindebrief informiert. Auf Wunsch des Propstes ausdrücklich davor in Kenntnis gesetzt wurden die betroffenen Mitarbeiter. Das Gespräch dazu fand am Dienstag statt. Eine Betroffene gab ihren Eindruck gegenüber unserer Redaktion so wieder: „Wir saßen dann da und es wurde uns einfach so mitgeteilt. Wir hatten nicht das Gefühl, dass überhaupt noch Interesse bestand, Alternativen zu einer Schließung zu finden.“Nach Informationen unserer Zeitung sind bei der Familienbildungsstätte Schwelm drei Festangestellte und rund 60 Honorarkräfte beschäftigt.

Andreas Gruber

 

Flüchtlinge beider kfd angekommen

17.04.2016  

 

Frauen aller Altersgruppen treffen sich zweimal im Jahr zum gemeinsamen Frühstück
im Pfarrsaal von St. Marien.Foto: Foto: Regina Lindemann

Schwelm. Um 5 Uhr morgens ist ein Mitglied der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) in Schwelm aufgestanden, um noch Kuchen für das traditionelle, gemeinsame Frühstück zu backen. Zweimal im Jahr kommen ungefähr 50 Frauen zum Reden, Lachen und Essen zusammen.

150-Jahr-Jubiläum in 2020

Im Frühjahr und im Herbst treffen sich schon seit vielen Jahren die Mitglieder aller katholischen Frauengruppen Schwelm zu Kaffee, Tee, Brötchen und eben Kuchen. Gäste sind immer willkommen beim Frauenfrühstück im Pfarrsaal von St. Marien. Die kfd tritt für die Rechte der Frauen und die Mütterrechte ein, ist ein Treffpunkt mit durchaus politischem Anspruch. 2020 blickt die kfd Schwelm auf stolze 150 Jahre zurück und die Planungen für die Feierlichkeiten haben gerade begonnen.

Für dieses Jahr ist erstmalig ein Frauenfilmabend im September geplant. Der Gemeindesaal wird dann in Blau und Gelb geschmückt werden, und es wird Snacks schwedischer Art geben. Das hängt mit dem gezeigten Film zusammen, über den jedoch noch nichts verraten wird.

Am 25. Juni wird es die Gemeinschaftsfahrt, den Tagesausflug nach Kempen, geben, und zur Advendszeit fahren die Frauen gemeinsam für drei Tage zu einem der großen Weihnachtsmärkte. Zum Gemeindefest im Sommer werden sie wie jedes Jahr die Kuchentheke bestücken und im Dezember ist auch wieder der traditionelle Advendsbasar geplant.

Kontakte zu Flüchtlingsfrauen

Sehr erfreut zeigten sich Petra Pabst und Doris Hens über die beginnende Integration der Schwelmer Flüchtlinge in der kfd. Im Februar beim Karnevalsauftritt gab es durch einen Ausfall einen Personalengpass und sie wurden durch eine Dame, die das Schicksal nach Schwelm verschlagen hat, sehr engagiert unterstützt. Inzwischen möchte die Frau Mitglied werden und auch zu anderen Flüchtlingsfrauen besteht Kontakt.

von Regina Lindemann

 

Einer der die Menschen mag

Schwelm. „Er mag die Menschen.“ Es ist ein kurzer Satz, der so viel sagt: Als Franz Vorrath ihn ausspricht, geben die Menschen in der vollbesetzten Marienkirche in Schwelm eindrucksvoll Zeugnis davon. Sie alle sind gekommen, um Heinz Ditmar Janousek zu einem besonderen Jubiläum zu gratulieren. Vor 40 Jahren wurde der 71-Jährige zum Priester geweiht. Und noch etwas gibt es zu feiern: Seit 25 Jahren lebt und arbeitet er in Schwelm. Ich danke meinem Bischof, dass er mich nach Schwelm geschickt hat

Familie ist ihm wichtig: Heinz Ditmar Janousek (Dritter von rechts) mit seinem Bruder Peter (rechts), Schwägerin Marianne Janousek (Zweite von rechts), Nichte Anna-Kathrin mit ihrem Söhnchen Lando (geboren im Januar) und Jakob Krebs (links).Foto: Christine Lanwehh

. Damit habe ich mein Lebensziel erreicht“, meinte Janousek später. Ein bisschen augenzwinkernd zwar, ein gewisser Ernst durchzog die Aussage doch. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst ist die Kreisstadt nach wie vor der Lebensmittelpunkt. Der Propst emeritus, als Priester im besonderen Dienst, lebt in einer Wohnung im Marienstift am Oberloh.

In Schwelm fühlt er sich wohl, hier hat er ein Vierteljahrhundert gewirkt. „St. Marien und Schwelm verdanken ihm viel“, meint Franz Vorrath, emeritierter Weihbischof in Essen, in seiner Predigt. „Er hat sich für das große Portalfenster eingesetzt, für den schönen Taufstein, den Bau des Marienstiftes“, zählt er das Engagement von Monsignore Janousek auf. „Du hast dein Amt als Dienst verstanden“, ehrt er ihn. „Du willst den Menschen helfen, in der modernen Welt zu leben.“

Denn die Menschen sind es, denen sein Augenmerk gilt. Mit ihren kleinen und großen Bedürfnissen und Belangen. Das bleibt bis auf höchste Bistumsebene nicht unbemerkt. Vorrath spart sich die Aufzählung aller Ernennungen und Aufgaben. „Auf dich war Verlass!“, adelt er seinen Freund und Wegbegleiter.

Das bekommt Heinz Ditmar Janousek an diesem besonderen Tag zu spüren. Warm ist der Applaus schon während der Dankmesse, herzlich erst recht beim anschließenden Beisammensein im Kolpinghaus. Und so merkt man dem Monsignore seine Zufriedenheit über den Empfang an. „Ich bin froh und dankbar, dass Sie alle da sind“, bescheinigt er seinen Gästen mit einem kleinen Lächeln. Das sind neben geladenen Ehrengästen hauptsächlich jene, um die er sich sein (Berufs)Leben lang gekümmert hat: Menschen aus seinen Gemeinden. Ob aus Mülheim-Dümpten und aus Oberhausen, wo er jeweils als Kaplan tätig war, aus Hattingen-Niederbonsfeld – hier gab es die erste Pfarrerstelle – und selbstredend aus Ennepetal, Gevelsberg und Schwelm – Janouseks Wirken hat Spuren hinterlassen.

„Früher“, so denkt er nachdenklich zurück. „waren die Menschen empfänglicher im Bezug auf die Verkündigung des Wortes Gottes.“ Heute würden zum Teil andere Werte gesetzt. Doch, und da ist Heinz Ditmar Janousek mit seinen 71 Jahren nach wie vor ein Kämpfer: „Das spornt mich nur an!“

Und so ist dem Jubilarpriester nach wie vor anzumerken, dass die Richtungen, die sein Lebensweg ihm gewiesen hat, die richtigen waren. „Ich danke dem lieben Gott. Er hat mich geführt und begleitet.“

Wie sagte sein Nachfolger, Propst Norbert Dudek: „Gut, dass es dich gibt und du bei uns bist!“ Der Jubilar hört es gern, die Anteilnahme an seiner Person, mehr als zwei Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Amt, tut ihm mehr als wohl. Er mag Menschen - und die Menschen mögen ihn.

Christine Lanwehr

 

Sprachpaten bitten Asylbewerber zu Tisch

Schwelm.  von Bernd Richter
Learning by doing: Käse, Butter, Marmelade. Deutschunterricht einmal anders erlebten am Mittwochmorgen Bürgerkriegsflüchtlinge im Pfarrsaal St. Marien. Die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe der Katholischen Propsteigemeinde St. Marien und der Caritas hatten zum Frühstückstreffen an den Marienweg eingeladen. Und von der Resonanz waren selbst die Initiatoren überrascht. Sie kauften rasch noch Lebensmittel nach, damit das Buffet nicht leergeräumt wurde und zum Schluss alle satt nach Hause gehen konnten.

Bild: Klaus Hufnagel (stehend) war über die große Teilnehmerzahl überrascht. Kein Platz an den Tischen blieb leer. In einigen Monaten soll das Frühstück wiederholt werden.
Foto: Foto: Bernd Richter

40 Flüchtlinge werden unterrichtet
Jeweils montags und mittwochs zwischen 10 und 12 Uhr unterrichten bis zu 15 ehrenamtliche Sprachpaten rund 40 Asylbewerber im Katholischen Jugendheim am Marienweg in Deutsch. Die Kosten werden von der Kirchengemeinde und der Caritas getragen. Zum Start in die Osterferien gab es jetzt Ostereier und Brötchen – gestiftet von der Bäckerei Kaiser. Mit Beginn der Schule in der übernächsten Woche startet der Sprachunterricht wieder.

„Die Frauen sind die weitaus besseren Schüler. Sie nehmen auch die Familie mit und kämpfen wie Löwinnen, weil sie ihren Kindern eine bessere Zukunft geben wollen“, hat Klaus Hufnagel beobachtet. Der 74-jährige Rentner hat vor sieben Monaten gemeinsam mit Ingrid Orentat-Steding und Antonja Großmann die Aktion ins Leben gerufen. In den zurückliegenden Monaten hat er ganz unterschiedliche Erfahrungen mit den Asylbewerbern machen können. Da gibt es die sehr engagierten, die wissbegierig jede Bildungschance wahrnehmen, aber auch diejenigen, die kein Interesse am Besuch der Sprachkurse haben.

Jeder Sprachparte betreut im Durchschnitt drei Schüler. „Wichtig ist, dass die Gruppe den gleichen Bildungsstand hat“, sagt Klaus Hufnagel. Die Voraussetzungen sind höchst unterschiedlich. Seiner Erfahrungen nach besitzt jeder zweite einen Schulabschluss, teilweise sogar ein Hochschuldiplom. „Es gibt aber auch Analphabeten darunter und Menschen, die über einen geringen Bildungsstand verfügen.“ Kapazität für zusätzliche Schüler sind laut Hufnagel noch vorhanden, es fehlten jedoch die Interessenten. „Es sollte verpflichtend sein, das Asylbewerber Sprachangebote wahrnehmen müssen. Es gibt aber keine gesetzliche Handhabe“, wünscht sich Klaus Hufnagel ein gewisses Druckmittel auch im Eigeninteresse der Flüchtlinge. Integration findet bekanntermaßen zu einem großen Teil über die Sprache statt.

50 Prozent Sozialarbeit

Sprachunterricht ist jedoch nur die eine Seite, die die ehrenamtlichen Paten leisten. „Mindestens 50 Prozent sind Sozialarbeit“, sagt Klaus Hufnagel. Kindern wird der Besuch von Hauptschule und Gymnasium ermöglicht, Behördengänge mit den Flüchtlingen gehören zum Alltag der Ehrenamtspaten. „Man muss aufpassen, dass die Arbeit nicht zu emotional wird“, ist die Erfahrung, die Wolfgang Todtenhausen, einer der Sprachpaten, gemacht hat.

Auch Christiane Sartor, die die ebenfalls eingeladene Bürgermeisterin Gabriele Grollmann vertrat, lobte die Arbeit der Ehrenamtler: „Wenn Sie nicht wären, sähen wir sehr viel ärmer aus.“ Die Stellvertretende Bürgermeisterin zeigte Verständnis dafür, das Deutsch schwer zu erlernen sei. Die Asylbewerber forderte sie dennoch auf, in die Stadt zu gehen und die Menschen anzusprechen, „damit wir auch erkennen, dass Sie zu uns gehören“, so Christiane Sartor.

Bernd Richter

 

Projektchor: Von der Dusche auf die Bühne

16.03.2016 

Schwelm. Dies geht an alle noch heimlichen Duschsänger: Wer Schluss machen möchte mit dem einsamen Trällern in der Nasszelle, dem bietet sich in Schwelm jetzt eine gute Gelegenheit.

Der Kolpingchor bietet allen Interessierten erneut die Möglichkeit, die Dusche gegen die Bühne zu tauschen und unter fachkundiger Anleitung die eigene Stimme in einem Konzert erklingen zu lassen – auch ganz ohne Vorkenntnisse.

Nach erfolgreichem Auftakt im vergangenen Jahr, geht der Projektchor nun in die zweite Runde und probt für die musikalische Mitgestaltung der Matinee des Kolpingchores von 1874 Schwelm. Der Projektchor wird in vier Proben vier neue Lieder einstudieren. Das Engagement gipfelt mit einem gemeinsamen Auftritt der Schwelmer Rock’n’Roll Band 6pack während der Matinee am Sonntag, 24. April, um 11 Uhr im Kolpinghaus Schwelm.

Erste Probe am 21. März

Wer der Einsamkeit seiner Dusche entfliehen möchte und wissen will, wie es sich anfühlt mit anderen und der Band 6pack den „Affensong“ aus dem Film „Das Dschungelbuch“ oder aber „Rote Lippen soll man küssen“ zu singen, der sollte am Montag, 21. März, ab 20 Uhr das Wasser abstellen und die erste Probe des Projektchores im Kolpinghaus besuchen.

 

Fastenpredigt ganz im Zeichen der (Un-)Barmherzigkeit

Schwelm. Die diesjährigen Fastenpredigten und –ansprachen in der Marienkirche stehen ganz im Zeichen des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Propst Norbert Dudek sprach über die Kirche und ihre (Un-)Barmherzigkeit. Er stellte fest: „Wer damit rechnet, ich würde heute Abend die Kirche als ein leuchtendes Beispiel der Barmherzigkeit darstellen, der rechnet umsonst. Wer darauf wartet, ich würde heute Abend die Verfehlungen der Kirche und ihre Unbarmherzigkeit geißeln, auch der wartet umsonst.“

Wer aber bereit war, etwas zum (Nach-)Denken zu hören und sich inspirieren zu lassen, der kam an diesem Abend auf seine Kosten. Propst Norbert Dudek erläuterte an zwei Beispielen, wie komplex die nachträgliche Beurteilung der geschichtlichen Entwicklung in der Kirche ist. Er beleuchtete aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Inquisition und Hexenverfolgung und gab Denkanstöße für die Gegenwart. Selbstverständlich blieb auch ein Schwelmer Zeichen der Barmherzigkeit – das Wegkreuz an der Kirche mit der Inschrift „Mein Jesus Barmherzigkeit“ nicht unerwähnt.

Norbert Dudek verwies auf das Traditionswissen, welches in den Werken der Barmherzigkeit festgehalten wurde. Ursprünglich geht es in diesen Werken darum, eine Hilfe zu bieten gegen existenzielle und situationsbedingte Nöte. Die „klassischen“ sieben Werke der Barmherzigkeit sind: Hungrige speisen, Durstige tränken, Nackte bekleiden, Fremde aufnehmen, Kranke besuchen, Gefangene befreien, Tote bestatten. Ergänzt werden diese durch die sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit: Unwissende lehren, Zweifelnde raten, Irrende zurechtweisen, Trauernde trösten, Unrecht ertragen, Beleidigungen verzeihen, für Lebende und Tote beten.

Diese Tradition hat das Bistum Erfurt fortgesetzt und sich überlegt, wie das für die heutige Zeit aussehen müsste. Entstanden sind die „Sieben Werke der Barmherzigkeit für Thüringen heute“: Du gehörst dazu, ich höre dir zu, ich rede gut über dich, ich gehe ein Stück mit dir, ich teile mit dir, ich besuche dich, ich bete für dich. Das Bistum Berlin hat dies als Karten herausgegeben. Sie sind demnächst auch in Schwelm erhältlich. Ergänzt wurden die Karten um ein weiteres Werk der Barmherzigkeit mit der Botschaft: Du.

Heike Büchsenschütz

 

Zu Gast in St. Marien in Schwelm

Die Bistumszeitung "Bene" berichtet:
www.bene-magazin.de
Neues aus der Reihe „Warum Ihr diese Kirche gesehen haben solltet“: Diesmal sind wir in St. Marien in Schwelm zu Gast. Gemeinsam mit Pfarrer Norbert Dudek haben wir uns die noch recht junge Pfarrkirche angeschaut. Und das sind unsere 7 Gründe für einen Besuch des Gotteshauses in Schwelm

  (zum Vergrößern auf Bild klicken)

Bild 1 Glasportalwand - Die Glasportalwand erstreckt sich über die gesamte Frontfläche der Kirche. Die Fenster bilden den Orgelprospekt (die äußere Erscheinung der Orgel) ab. Wenn man näher an das Fenster herangeht, erkennt man Marienabbildungen der Region, zum Beispiel die Mutter vom guten Rat aus Essen oder die Trösterin der Betrübten aus Kevelaer

Bild 2 Spezielle Bauweise - Die 1969 erbaute Pfarrkirche hat runde Kirchmauern, auch die Bankreihen sind dementsprechend abgerundet. In der Mitte der Kirche steht der Altar. So wie sich die Kirchgänger um den Altar versammeln, versammeln sie sich im übertragenen Sinn auch um Gott.

Bild 3 Schwelmer Madonna - Die wohl bedeutendste Kostbarkeit der St.Marienkirche ist eine gotische, thronende Madonna, die an der rechten Seite des Altarraumes bewundert werden kann. Sie wurde 1340 gebaut und ist seit 1846 in Schwelmer Besitz. Nachdem sie im Krieg zerstört wurde, musste sie mehrfach restauriert werden.

Bild 4 Orgel - Die Orgel wurde 1983 erbaut. Aufgrund der speziellen Akustik der Kirche ist sie außergewöhnlich groß und hat 36 Register und 2563 Pfeifen. Da sie vor der Glasportalwand steht, scheint sie die Außenwelt auszusperren. Doch gerade durch diese Lage deutet sie auf die verbindende Kraft der Musik zwischen Alltag und Spiritualität hin.

Bild 5 Raum der Besinnung - In der kleinen Turmkapelle können Besucher Ruhe finden und zur Besinnung kommen. Die Darstellung „zur immerwährenden Hilfe Maries“ lädt dazu ein.

Bild 6 Tabernakel - Prunkvoll steht er hinter dem Altar und bildet den geistlichen Mittelpunkt der Kirche. Die goldenen Verzierungen sollen an Gott erinnern. Die abgebildeten Weinranken und Ehren greifen symbolisch die Themen Brot und Wein auf.

Bild 7 Werktagskapelle - Das Besondere an der Werktagskapelle in der Marienkirche, in der zum Beispiel Schul- und Jugendgottesdienste stattfinden: Sie hat jeden Tag bis um 18 Uhr geöffnet. Ein Hingucker sind die farbfrohen Altarfenster

 

Schwelmer Jecken stürmen Machtzentrale
08.02.2016  Carmen Tomaschewski
So etwas bekommt man auch nicht so oft zu Gesicht: Die beiden Sparkassenvorstände Michael Lindermann und Johannes Schulz, die Bierkästen und Schnaps in das Rathaus schleppen, die Bürgermeisterin Gabriele Grollmann mit pinkem Glitzerschirm und Nickelbrille und rot gekleidetes Flugpersonal, das der ersten Frau der Stadt einen überdimensionierten Schlüssel entlocken will. Kamelle flogen, Musik ertönte und die Schwelmer Machtzentrale war in närrischer H

Punkt 11.11 Uhr stürmten Prinz Julius I. Hartje und seine Prinzessin Stefanie I. Helsper mit ihrem 30-köpfigen Hofstaat voller Hoppeditze, Sängerinnen und Sänger der Kolpingsfamilie Schwelm das Rathaus. Die gute Laune hatten sie sich von ihrer Prunksitzung am Samstag in den Rosenmontag gerettet. Und die Büttenreden vom neuen Präsidenten Christian Beckmann und dem Prinzenpaar hatten es in sich. Es ging um fehlgeschlagene Gewerbeansiedlungen, Haushaltslöcher und gestiegene Hebesätze, „doch Sie werden es schon richtig machen, und bald schon werden wir über die Schulden lachen“, waren sich alle am Ende einig. Doch auch die Bürgermeisterin nahm sich selbst aufs Korn. Nach 100 Tagen im Amt sei sie schon um Jahre gealtert, scherzte sie und machte so deutlich, warum sie sich für Verkleidung als skurrile Oma entschied. Den Rathausschlüssel übergab sie mit einer schwergewichtigen Auflage, nämlich den Haushalt zu richten, und überreichte dem Prinzenpaar den dicken Wälzer mit allen Haushaltsposten. „Einfach alle Vorzeichen umkehren“, präsentierte Prinz Julius I. die Lösung. Auch Christian Beckmann gab einen Tipp: „Für ein Rathaus im Kolpinghaus ist es nie zu spät.“

 

Turbulente Reise in einem närrischen Flugzeug

Schwelm.
„Willkommen zum Flug KKSJ 2016“. Zum diesjährigen Karneval verwandelte die Kolpingsfamilie den Saal des Kolpinghauses in ein Flugzeug und entführte die Gäste auf eine turbulente Reise.

Der Flieger „KKSJ 2016“ (Kolping-Karneval-Steffi-Julius 2016) startete am Samstag um 20 Uhr 11 närrischer Zeit zur großen Prunksitzung. Nach dem Boarding, als alle auf ihren Plätzen waren, lauschten die Gäste konzentriert den Anweisungen des Bordpersonals. Zum regelmäßigen Klatschen und Schunkeln wurden die mitfliegenden Karnevalisten aufgefordert, die Mobiltelefone auf Bitte hin ausgeschaltet zu lassen und auch auf die Ausgänge wurde, wie im Flugzeug üblich, mit Handanweisung und Lichtmarkierungen hingewiesen. Dann konnten der Flug und Abend endlich starten.

Prinzenpaar zieht standesgemäß ein

Das Prinzenpaar Prinzessin Steffi I. und Prinz Julius I., der Elferrat und der neue Sitzungspräsident Christian Beckmann zogen standesgemäß ein. Bei der Begrüßungsrede der ersten Prunksitzung seiner Amtszeit, stellte Christian Beckmann Elferrat und Prinzenpaar vor. Auch die Ehrengäste Propst Norbert Dudek und sein Pastoralteam, Präses Propst Heinz Ditmar Janousek und stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Sartor wurden von Christian Beckmann begrüßt und erhielten prompt die ersten Orden des Abends. Da durfte eine Rakete und ein dreifaches „Schwelm Helau“ nicht fehlen.

Dann leitete das neue Prinzenpaar, im passenden Pilotenoutfit, auch schon in die närrische Bühnenshow über. In ihrer Rede bedankten sie sich zunächst bei allen fleißigen Helfern und beim Elferrat. Auch ihr Kennenlernen und Liebenlernen durfte nicht außer Acht gelassen werden: „Trotz kleiner Unterschiede ist das die große Liebe“, sagte Julius I. stolz. Erwähnung fand auch die geplante Hochzeit im nächsten Jahr, nachdem sich beide im letzten Jahr verlobten.

Mit den Worten „schnallen Sie sich an, wir sind am Steuer dran. Wir fliegen mit Euch hoch hinaus beim Karneval im Kolpinghaus“, ging es dann los. Die „Knallerbsen“, die jüngsten auf dem närrischen Flug, betraten die Bühne und sorgten mit einer Inszenierung von einem Filmdreh für laut-fröhliches Gelächter im Publikum. Weiter ging es auch schon mit dem Kolpingchor, dem „Männerchor der jeden zum Schunkeln bringt“, wie Christian Beckmann sagte. Und genau dies tat das Publikum dann auch zu bekannten Liedern wie dem „Fliegerlied“ oder „So ein schöner Tag“. Leiter des Chors Ludger Janning spielte begleitend Akkordeon.

Raketen und „Schwelm Helau“

Im Anschluss brachten die „Popcornkoerner“ wieder Erheiterndes in die närrische Flughalle. Sie stellten eine typische Situation auf dem Klo dar, etwas das wohl jeder Mann kennt. Und schon als der Hoppeditz die „Popcornkoerner“ von der Bühne führte, stürmten auch die Mädels der „Regenbogenfische“ den Saal. Mit ihrem Tanz zu Nenas „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“, mischten sie die Närrinnen und Narren ordentlich auf und brachten sogar eine Zugabe. Auch das Pastoralteam um Propst Dudek ließ sich seinen diesjährigen Auftritt nicht nehmen. Die Stimmung war ausgelassen und der Flug war noch nicht zu Ende. Weitere „Acts“ boten die Combo „6Pack“ oder „Mütze und Glatze“. Der abschließende Höhepunkt waren „Les dames barbues“, mit ihrem Auftritt.

Der Flug „KKSJ 2016“ bzw. die Prunksitzung war wieder ein voller Erfolg. Darauf wurde gut und gerne noch eine Rakete gestartet und mit einem dreifachen „Schwelm Helau“ auf die Reise geschickt.

Laura Marie Dicke

 

Die katholische Kirche ist ein Global Player

21.01.2016  

Schwelm. Die Idee entstand bereits bevor die große Flüchtlingswelle einsetzte. Gleichwohl hat die Ausstellung der Propsteigemeinde St. Marien, die heute um 19 Uhr im Schwelmer Pfarrzentrum eröffnet wird, durch die massive Zuwanderung sogar noch an Bedeutung gewonnen. Parallel dazu richten sich die Katholiken aus Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal auch an anderen Stellen darauf aus, die neuen Christen in die Gemeinde zu integrieren. „Ich glaube schon, dass sie unsere Gemeinde verändern werden. Wir werden bunter“, sagt Propst Norbert Dudek.

 

Propst Norbert Dudek wird die Ausstellung „Vielfalt hat (d)ein Gesicht“ am Freitagabend um 19 Uhr eröffnen. Insgesamt sind 28 Porträts zu sehen wie diese beiden Bilder, die Sevinc Yildirim mit türkischen Wurzeln aus Ennepetal und Christos Dracoulis mit griechischen Vorfahren aus Schwelm zeigen.

Bild Stefan Scherer

 

 

 

 

Wie bunt die Propstei Schwelm-Gevelsberg-Ennepetal bereits jetzt ist, verdeutlichen die 28 großformatigen Fotos, die ab heute um 19 Uhr die Schwelmer Zentrale am Marienweg zieren werden. „Vielfalt hat (d)ein Gesicht“ ist der Titel hinter dem sich Porträts von Menschen aus Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal verbergen. „Darunter sind etliche Nationen, Religionen und Konfessionen. Wir haben die Leute an ihren ganz persönlichen heiligen Orten abgelichtet.“ Die kann man zwar nicht wirklich erkennen, „aber das hat sich im Laufe des Projekts, mit dessen Planung wir Anfang des Jahres begonnen haben, so entwickelt“, sagt Norbert Dudek.

Flüchtlinge in Gottesdiensten

Viele lokale Promis gaben ebenfalls ihr Gesicht für die Fotoaktion her und schrieben ein paar Zeilen zu ihrer Herkunft, ihrer Ahnengeschichte und dem Lieblingsort, an dem sie fotografiert worden sind. Sie alle stehen hinter dem großen Ziel dieses Projekts, zu verdeutlichen, wie vielfältig die Menschen sind, die in Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal wohnen. „Außerdem möchten wir ein Zeichen gegen Feindlichkeit gegenüber Flüchtlingen setzen“, sagt Norbert Dudek, der während der vergangenen Monate bereits zahlreiche Erfahrungen mit neuen Gemeindemitgliedern gemacht hat, die aus ihren Heimatländern nach Schwelm geflohen sind. So kämen aus Afghanistan zwar kaum Christen, aber mit den Menschen gebe es schließlich auch Kontakt über den Tafelladen und die Caritas. Für viele sicherlich überraschend: Auch aus dem islamischen Syrien kommen Christen nach Deutschland. „Sie sind eher orthodox und kommen mit unserer Konfession scheinbar am Ehesten zurecht“, sagt Dudek. Eine syrische Familie habe sofort nach ihrer Ankunft Kontakt zur Gemeinde gesucht.

Zudem kämen Teile der christlichen Minderheit aus Albanien. Manche stünden nach den Gottesdiensten allein vor der Kirche. „Ich gehe dann gern auf sie zu, meist kommt man schnell ins Gespräch, die meisten sprechen recht gut Englisch.“ So hat er nun auch die erste Taufe eines nigerianischen Flüchtlingskinds vorgenommen.

Wie erklärt er sich, dass die Menschen aus aller Welt zur Kirche kommen? „Wir sind Global Player. Ein Gottesdienst funktioniert in der katholischen Kirche überall auf der Welt – abgesehen von der Sprache – gleich. Man findet sich schnell zurecht bei uns.“ Doch gerade die Sprache rückt die Propsteigemeinde nun ebenfalls ins Zentrum. Erstmals liegen in sämtlichen Kirchen Gemeindeinfos mit allen wichtigen Kontakten und Ansprechpartnern aus – neben deutsch auch auf albanisch, englisch, französisch, italienisch, polnisch und arabisch. Propst Norbert Dudek: „Wir werden internationaler, wir werden bunter, das sehen wir an den Koch- und Spieleabenden jetzt schon ganz deutlich.“

Wichtig ist ihm, dass die Neuen integriert werden. Der Weg, wie er nach dem Zweiten Weltkrieg gegangen worden sei, dass beispielsweise Italiener und Kroaten ihre eigenen Gemeinden bekommen hätten, sei in der heutigen Zeit nicht mehr der richtige. Ein erster Schritt ist die heute beginnende Ausstellung, die zeigt, wie viele Nationen bereits jetzt friedlich nebeneinander leben.

Stefan Scherer

 

Gutes tun für Boliviens Kinder

Bürgermeisterin dankt Sternsingern im Schwelmer Rathaus

Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
War sehr berührt vom großen Einsatz der Schwelmer Sternsinger: Bürgermeisterin Gabriele Grollmann, hier im Ratssaal mit einem Teil der engagierten Kinder.

„Und wofür sammelt ihr bei den Menschen das Geld ein?“, fragte Schwelms Bürgermeisterin Gabriele Grollmann die rund 40 Mädchen und Jungen, die jetzt als Sternsinger der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien das Schwelmer Rathaus besuchten. „Wir singen und sammeln für Kinder in Bolivien, die arm sind, die Hunger haben und keine Kleidung“, lautete die überzeigende Antwort.

Mit großem Engagement und klaren Stimmen sangen die zahlreichen Heiligen Drei Könige – darunter zwei Schwestern aus Syrien - vom segensreichen Wirken Gottes. In der Tat lautet das Motto der wichtigen Aktion in diesem Jahr: „Segen bringen- Segen sein – Respekt für mich, für dich, für andere – in Bolivien und weltweit".

Seit vielen Jahren sprechen die Sternsinger auch im Schwelmer Rathaus den Segen. Sie werden dort von der Verwaltungsleitung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Freude erwartet und mit einer Geldspende und Süßigkeiten bedacht. 

 

Prinzenpaar besteigt Narrenthron

von Laura Dicke

Schwelm. „Ein dreifaches Schwelm Helau“, hieß es am Freitagabend in der Gaststätte Kolpinghaus, denn die Narren sind wieder los. Pünktlich zu den Vorbereitungen des Kolpinger Karnevals wurde das neue Prinzenpaar inthronisiert.

Nach zweijähriger Pause stellte sich nun ein neues Paar dem närrischen Volk vor und wurde in die Amtsgeschäfte eingeführt. Stefanie I. (Helsper) und Julius I. (Hartje) übernehmen somit die Aufgaben der Regentschaft.

Beckmann neuer Sitzungspräsident
Besonders voll war es in der Gaststätte Kolpinghaus, alle warteten gespannt auf die Proklamation des neuen Prinzenpaares. Doch bevor es dazu kam, wurde erst auf das vergangene Jahr zurück geblickt. Viele Bilder zeigten den Karneval 2015 unter dem Motto „Zum Karneval putzt euch heraus, wir feiern Oskar-Nacht im Kolpinghaus“.
Zu dem neuen Prinzenpaar wurde in diesem Jahr auch ein neuer Sitzungspräsident erkoren. Martin Heringhaus gab nach 26 Sitzungen Karneval sein Amt an Christian Beckmann, ehemaliger Prinz des Dreigestirns, weiter. Die Spannung stieg und nach der Danksagung von Martin Heringhaus, für die vielen Jahre an Spaß und Unterhaltung, verabschiedete sich das Dreigestirn Prinz Christian Beckmann, Bauer Nils Decker-Peters und Jungfrau Christian Decker von seinem Volk, und das wie gewohnt in Reimen: „Denk ich an die Zeit zurück ist mein Herzchen ganz schwer vor Glück.“

Dann war es endlich soweit. Mit der Übergabe der Insignien Mantel, Orden, Prinzenhut, Krönchen und Spiegel an Prinz und Prinzessin übernahmen Stefanie I. und Julius I. offiziell die Aufgaben vom Dreigestirn. Sie folgten der Tradition der Reime und freuten sich über ihre neue, aber kurze Amtsherrschaft: „Ein Traum macht sich wahr, ist sie als Prinzessin nicht wunderbar“, verkündete Prinz Julius I. stolz. Der gebürtige Schwelmer war schon seit Pfadfinderzeiten immer bei den Sitzungen und Auftritten beim Kolpinghauser Karneval dabei. Eines Tages brachte er Stefanie mit, und die war sofort begeistert vom närrischen Treiben. „Bei der ersten Sitzung war ich gar nicht verkleidet, aber sofort infiziert“, erklärte Prinzessin Stefanie I. Im letzten Jahr gaben sich die beiden dann das Ja-Wort und sagten auch „Ja“ zum bedeutsamen Amt. Bei einer Feier im Kolpinghaus schrieb Prinzessin Stefanie den Vorschlag, Prinzenpaar zu werden, auf einen Bierdeckel, zunächst nicht sonderlich ernst gemeint. Martin Heringhaus ergriff sofort die Chance auf ein neues Prinzenpaar und fragte die beiden. Nach ein wenig Überlegungszeit, sagten sie schließlich „Ja“. „Am Karneval begeistert uns einfach, was alles auf die Beine gestellt wird. Jung und Alt machen mit und haben einfach Spaß“, erzählten die beiden neu gekrönten Vertreter des diesjährigen Schwelmer Karnevals. Gespannt waren die Narren und Närrinnen auch auf das diesjährige Motto. „Wir fliegen mit Euch hoch hinaus, beim Karneval im Kolpinghaus“ heißt es im diesen Jahr.

Das fröhliche Karnevalsvolk stimmte ein mit einem dreifachen Schwelm Helau und den dazugehörigen Kommandos. Auch Ehren-Obernachtwächter Christian Fasel beglückwünschte das neue Prinzenpaar. Bis zum Karfreitag und der großen Prunksitzung am Karnevals-Samstag ist noch viel zu tun. Das Prinzenpaar und viele Helfer sind schon fleißig dabei, die Bühne aufzubauen, damit sich auch dieses Jahr alle Karnevalslustigen auf ein heiteres Fest der fünften Jahreszeit freuen können.