Hilfen zur Taufe  in der Propsteipfarrei St. Marien

Schwelm-Gevelsberg-Ennepetal

 

Gemeinden: Herz Jesu, St. Engelbert, St. Marien, italienische Gemeinde und kroatische Gemeinde

 

Liebe Eltern,

Ihr Kind ist geboren.

Nach den vielen Monaten des Wartens ist es wirklich da. Herzliche Glückwünsche Ihnen beiden, den Freunden, Verwandten und Nachbarn, die sich mit Ihnen freuen. Viele gute Wünsche für Ihr Kind. Gottes Segen für sein ganzes Leben.

Nun sind Sie ins Pfarr- oder Gemeindebüro gekommen, um den Tauftermin abzustimmen. Es ist nicht immer leicht, die Zeiten der Familie, der Paten, der Freunde und der Gemeinde zusammenzubringen. Wir möchten Ihnen dabei helfen. Diese kleine Information haben wir Ihnen vor dem Taufgespräch überreicht, damit Sie vor dem Taufgespräch, das der Priester oder Diakon mit Ihnen führen wird, schon einige Überlegungen anstellen können.

Wir freuen uns auf die Begegnung mit Ihnen und Ihrer Familie und grüßen Sie herzlich!

Für das Pastoralteam der Propstei St. Marien
Norbert Dudek Propst   -  St. Marien  Schwelm              
Martin Stais  Pastor   -    St. Engelbert  Gevelsberg                
Michael Nieder   -  Diakon m.K. Herz Jesu   Ennepetal        
Pater Roy Pastor OCD   -  ital. Gemeinde    Gevelsberg       
Branko Simovic Pastor  -  kroatische Gemeinde  Ennepetal

                                                 

Was heißt überhaupt Taufe?

Durch die Taufe wird ein Mensch ein Teil der Gemeinschaft mit der Kirche und mit Gott.  Sie ist daher nicht ein einmaliges Tun, sondern Teil des Weges auf Gott und die Menschen zu. Darum kann man den Glauben von der Taufe nicht trennen. Wenn kleine Kinder getauft werden, können sie sich natürlich noch nicht ausdrücklich zum Glauben bekennen. Das übernehmen dann stellvertretend die Eltern und/oder Paten. Darum sind Firmung und Kommunion wichtige weitere Schritte auf dem Weg des Glaubens.

Wir taufen Erwachsene und Kinder, weil wir darin besonders ausdrücken können, dass jedem Mensch die Zusage der Liebe Gottes gilt. Auch ein Kind ist für Gott schon vollwertige Person, voll und ganz Mensch, voll und ganz eingegliedert in seinen Heilsplan. Gott nimmt bereits ein kleines Kind ganz ernst.

Wenn Sie genau wissen möchten, welchen Reichtum an Bedeutungen die Taufe für uns hat, wenden Sie sich bitte an Ihren Seelsorger vor Ort. Der wird Ihnen helfen können.

Hier versuchen wir nun, oft gestellte Fragen direkt zu beantworten:

    1. Geht Taufe nur in der Kirche?

Ja. Neben den Verwandten und Freunden der Familie ist immer die ganze Gemeinde zur Tauffeier eingeladen. Der Weg in die Glaubens-Gemeinschaft geschieht nämlich konkret in einer Gemeinde. Darum findet die Taufe in den Kirchen der Pfarrei statt.

Der idealste Ort für eine Taufe ist die Osternacht, in der die Gemeinde die Auferstehung Jesu Christi feiert. Aber auch in der Sonntagsmesse wird diese Verbindung besonders deutlich. Darüber hinaus gibt es auch Tauffeiern außerhalb einer Sonntagsmesse.

2. Was müssen die Eltern machen?

Die Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen des Kindes. Von ihnen hängt mehr als von allen anderen das Gelingen einer guten Erziehung und einer Erziehung im Glauben ab. Das wird an vielen Stellen der Tauffeier zum Ausdruck gebracht. Z.B. bitten sie zu Beginn der Feier für ihr Kind um die Taufe und erklären sich auf die Frage des Priesters zur religiösen Erziehung bereit.

Vater und Mutter erhalten am Ende der Tauffeier oft einen eigenen Segen.
Darin wird deutlich: Die Verantwortung der Eltern ist mit der Taufe nicht zu Ende. Denn jetzt geht ihre Aufgabe richtig los: ihr Kind zum Glauben an Christus zu führen.

3. Was ist mit dem Paten?

Der Taufpate[1] soll helfen. Er soll dem Täufling, beziehungsweise im Fall der Kindertaufe den Eltern, als Gesprächspartner und Helfer bei der Erfüllung ihrer Aufgabe beistehen. Bei der Tauffeier bekennt er darum mit dem Täufling und dessen Eltern, den Glauben und die Bereitschaft zu einem christlichen Leben. Beim Patenamt geht es also um persönliches Vorbild für den Täufling, nicht so sehr um Freundschaft, Verwandtschaft oder gar Geschenke. Die Wahl des Paten soll sich darum danach richten, inwieweit er diese Aufgabe auch übernehmen kann. Eine Änderung des Paten in der Taufurkunde ist nachträglich nicht möglich. Für die Taufe reicht übrigens ein Pate.

Ein Taufpate soll also:

·       die nötige Reife des Glaubens und des Lebens haben (Mindestalter 14 Jahre).

·       der katholischen Kirche angehören.

·       die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie empfangen haben.

Ein Getaufter aus einer anderen Konfession der gläubiger Christ ist, kann zusammen mit einem katholischen Paten christlicher Zeuge der Taufe sein. Da das Patenamt ein kirchliches Amt ist, kann jemand, der aus der Kirche ausgetreten ist, leider kein Pate werden. Da er in einem bewussten Akt den Abstand zur Kirche ausgedrückt hat, können wir von ihm nicht verlangen, innerhalb eines Gottesdienstes die Bereitschaft zu erklären, einen anderen Menschen beim Hineinwachsen in die Kirche zu begleiten. Wir hoffen da auf Ihr Verständnis. Möglich wäre hier ggf. eine Zeugenschaft zusammen mit einem katholischen Paten.

4. Wann kann die Taufe stattfinden?

In den Kirchen der Propsteipfarrei St. Marien Schwelm-Gevelsberg-Ennepetal gibt es verschiedene Traditionen zum Tauftermin:

In der Gemeinde St. Marien (Schwelm) kann nach Absprache in jeder Sonntagsmesse (Messen am Vorabend und Sonntag) eine Taufe sein. Darüber hinaus gibt es in der Regel zweimal im Monat (am 2. Samstag und am 4. Sonntag) der Tauftermin in der Marienkirche. Die Tauffeier findet dann jeweils um 15.30 Uhr statt.

In der Gemeinde Herz Jesu (Ennepetal) gibt es im Regelfall monatlich je einen Tauftermin in Herz Jesu und einen in St. Johann Baptist, und zwar im Wechsel samstags oder sonntags um 14.30 Uhr. Nach Absprache ist eine Taufe auch in einer der Sonntagsmessen möglich. Die festgesetzten Tauftermine erfragen Sie bitte im Gemeindebüro.

In der Gemeinde St. Engelbert (Gevelsberg) sind Taufen nach Absprache in jeder Sonntagmesse möglich und zusätzlich am 1. Samstag im Monat in einer Tauffeier außerhalb der Messe.

In der italienischen Gemeinde (Gevelsberg) finden Taufen i.d.R. in der Hl. Messe in St. Engelbert (Gevelsberg), Herz Jesu (Ennepetal) oder in St. Josef (Bochum) statt.

In der kroatischen Gemeinde (Ennepetal) und in der Pfarrkirche St. Joseph und Medardus (Lüdenscheid) nach Absprache.

Es können generell auch mehrere Kinder an einem Termin getauft werden. Wir versuchen aber, höchstens 2-3 Kinder zu einer Tauffeier anzunehmen.

5. Wie geht die Anmeldung zur Taufe?

Die Anmeldung zur Taufe erfolgt im Pfarr- oder Gemeindebüro. Suchen Sie sich dort einen der regulären Tauftermine aus und geben Sie Ihre Personalien und die des zu taufenden Kindes an. Nach Möglichkeit besorgen Sie dann auch schon eine Bescheinigung des Paten von dessen Heimatgemeinde.

6. Was folgt dann?

1-2 Wochen vor der Taufe wird sich der Priester oder Diakon, der die Taufe spenden wird, mit Ihnen in Verbindung setzen und mit Ihnen einen Termin für das Taufgespräch abstimmen, an dem auch der Taufpate teilnehmen kann.

In diesem Gespräch werden die genauen Daten des zu taufenden Kindes, der Eltern und Paten aufgenommen und der Ablauf der Taufe besprochen. Soweit möglich, können Sie auch eigene Wünsche einbringen. Wenn noch nicht geschehen brauchen wir dabei die sogenannte „Bescheinigung für religiöse Zwecke“ oder das Familien-Stammbuch.

Natürlich wird auch ausführlich über die Bedeutung der Taufe gesprochen und Fragen können geklärt werden.

7. Was ist am Tauftag selbst?

Findet die Taufe in der Sonntagsmesse statt, dann begeben Sie sich bitte ca. 10 Minuten vor der Messe zu den vereinbarten oder ausgeschilderten Plätzen in der Kirche.

Ist die Taufe außerhalb der Sonntagsmesse, dann seien Sie bitte ca. 10 Min. vor dem Beginn am Eingang der Kirche. Warten Sie nach Möglichkeit mit der ganzen Familie am Eingang. Dort beginnt auch die Tauffeier mit der Nennung des Namens des Täuflings und der Taufbitte der Eltern. Allen Teilnehmer der Tauffeier wird ein kleines Heft oder ein Gesangbuch an die Hand gegeben, damit alle mitsingen und mitbeten können. Bitte lassen Sie das Heft oder das Buch nach der Tauffeier in der Kirche liegen.

8. Wie geht das mit dem Taufgewand und der Taufkerze?

Zum Taufritus gehört die Überreichung des weißen Taufgewandes nach der Taufe. Es symbolisiert die Aufnahme des Täuflings in die Gemeinschaft der Heiligen, d.h. in die Gemeinschaft derer, die Christus nachfolgen. Falls Sie kein eigenes Taufgewand haben, dass dem Kind in der Feier angezogen werden kann haben wir in der Kirche ein Taufkleid. Mit Taufgewand ist Kleidung im allgemeinen Sinne gemeint, d.h. es ist auch ein weißer Taufanzug oder andere festliche Kleidung möglich.

Nach der Taufe wird die Taufkerze ihres Kindes am besten von Eltern oder Paten an der Osterkerze entzündet und den Eltern und Paten stellvertretend für das Kind anvertraut. Wenn Sie keine eigene Kerze haben, können Sie im Pfarrbüro oder in den Gemeindebüros auch eine bekommen. Dort halten wir eine Auswahl für Sie bereit.

9. Sind Fotos erlaubt?

Generell freuen wir uns, wenn Sie eine schöne Erinnerung an die Tauffeier haben. Darum sind Fotos möglich. Gut wäre es aber, wenn nur einer aus der Familie fotografiert oder filmt, damit die Feier selbst nicht gestört wird. Nach der Tauffeier können Sie dann weitere Fotos in der Kirche machen.

10. Was ist, wenn ein Kind unruhig wird?

Wenn das Kind während der Tauffeier schreit, kann man versuchen, es mit einem Fläschchen Tee oder ähnlichem zu beruhigen. Und wenn es weiter schreit, so nehmen wir an, es schreit zur Ehre Gottes, wie es in Psalm 8 heißt:

„Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge hast du dir Lob bereitet, o Herr!“

11. Können auch Erwachsenen und Jugendliche getauft werden?

Erwachsene und Jugendliche, die um die Taufe bitten, haben manchmal noch keinen Kontakt zum christlichen Glauben. Dementsprechend ist die Vorbereitungszeit verschieden lang, i.d.R. ½ bis 2 Jahren. Bei erwachsenen Taufbewerbern erwarten wir eine Neugier und Offenheit für den Glauben und das Gemeindeleben. Manches der obigen Ausführungen gilt sinngemäß auch für Erwachsene, dennoch ist der Weg vielschichtiger und oft mit der Taufe eine Erfahrung, von der man das ganze Leben zehren kann. Erwachsene und Jugendliche empfangen dann in ihrer Tauffeier zugleich auch die Sakramente der Firmung und der Eucharistie (Kommunion).

Wenn Sie sich selbst auf diesen Weg machen möchten oder jemand kennen, der/die das gerne möchte, melden Sie sich bitte. Wir gehen mit Ihnen.

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Sollten Sie vor dem Taufgespräch noch Fragen haben, können Sie uns anrufen:

Propsteigemeinde St. Marien:   Marienweg 2, Schwelm, Tel. 02336-2171

Gemeinde Herz Jesu:                 Kirchstr. 82, Ennepetal, Tel. 02333/71798 

Gemeinde St. Engelbert:            Rosendahler Str. 4, Gevelsberg, Tel. 02332 – 35 25

Italienische Gemeinde:              Schulstr. 9, Gevelsberg, Tel. 02332 – 37 44

Kroatische Gemeinde:                Büttenbergerstr. 30, Ennepetal, Tel. 02333 – 89842


 

[1]   Wir verwenden hier die männliche Schreibweise. Natürlich ist eine Taufpatin ebenfalls gemeint und willkommen.